Ein Tag voller Begegnungen, Mut und gelebter Inklusion test
Unter dem Motto :
Wenn Sich das Sehen verändert, verändert sich das ganze Leben.
ALLTAG – ERNÄHRUNG – GESUNDHEIT UND PFLEGE
Am 13. Juni 2026 verwandelte sich Ludwigsburg in einen Ort, an dem Barrieren nicht nur thematisiert, sondern sichtbar überwunden wurden. Die Bezirksgruppe Ludwigsburg des Blinden- und Sehbehindertenverbands Württemberg e.V. (BSVW) hatte zum Aktionstag im Kulturzentrum Ludwigsburg und im Freibereich direkt davor eingeladen – und zahlreiche Besucherinnen und Besucher folgten dem Ruf. Das Ergebnis war ein lebendiger, informativer und emotionaler Tag, der eindrucksvoll zeigte, wie viel möglich ist, wenn Menschen mit und ohne Sehbeeinträchtigung gemeinsam aktiv werden.
Ein starkes Zeichen zum Sehbehindertentag 2026
Der Aktionstag stand im Zeichen des bundesweiten Sehbehindertentags, der jährlich auf die Lebensrealität sehbehinderter und blinder Menschen aufmerksam macht. In Ludwigsburg wurde daraus ein vielseitiges Programm, das sowohl informierte als auch berührte. Bereits am Vormittag waren interessierte Bürgerinnen und Bürgern, Mitglieder des Verbands, sowie Fachleute aus Beratung, Mobilität und Hilfsmitteltechnik am Veranstaltungsort. Die Atmosphäre war offen, neugierig und von gegenseitigem Respekt geprägt.
Hilfsmittel zum Anfassen – Technik, die Türen öffnet
Ein Highlight war das große Hilfsmittelrepertoire des Deutschen Hilfsmittelversand. Moderne Hilfsmittel, sprechende Alltagshelfer, innovative Smartphone-Lösungen und taktile Orientierungssysteme (z.B. Markierungspunkte) konnten ausprobiert und direkt erklärt werden. Viele Besucher staunten, wie weit die Technik inzwischen ist – und wie sehr sie den Alltag erleichtern kann.
Workshops, Austausch und starke Stimmen
In mehreren Kurzvorträgen und Gesprächsrunden ging es um Themen wie:
- Augenkrankheiten erklärt. Informativ-Grundlegend. Ein Vortrag von Herr Prof. Dr. Kortüm der informativ und grundlegend über Augenkrankheiten und Ihre Behandlungsmöglichkeiten, Untersuchungsmöglichkeiten und Vorsorge informiert hat.

Bildbeschreibung: Prof. Dr. Kortüm steht vor einer Leinwand auf die eine Folie projiziert ist und erklärt anhand dieser das Auge
- selbstbestimmte Mobilität, Orientierung im Alltag. Sowie lebenspraktische Fähigkeiten zur Stärkung im Alltag und sozialen Teilhabe. Sehr anschaulich und informativ durch Frau Sperrer-Kniep von der Nikolauspflege in Ihrem Vortrag vermittelt.
- Unterstützung und Begleitung durch die Möglichkeiten der Pflegeversicherung. Ein Vortrag von Frau Heilemann vom Pflegestützpunkt Ludwigsburg der die Möglichkeiten der Pflegeversicherung informativ und wissenswert vermittelt hat.
- Ernährung in der zweiten Lebenshälfte. Tipps, Tricks und Kniffs damit man auch in der zweiten Lebenshälfte gesund und mobil bleibt. Frau Dr. Entenmann hielt diesen Vortrag mit einer Prise Humor und Fingerspitzengefühl für die anwesenden Teilnehmer des Vortrags.
- Im Freibereich direkt vor dem Kulturzentrum wurde gekocht. Nur das in diesem Fall der Koch erblindet ist. Also Blind Cooking… oder Kochen, wenn der Sehsinn fehlt. Herr Arne Jöns (Vorsitzender des BSVW) erklärte worauf man achten sollte, wenn man sich mit fehlendem Augenlicht, Sehbehinderung, Sehverlust auf das Thema Kochen einlässt. Es stellt zwar eine große Herausforderung dar und erfordert auch Mut, bietet jedoch die Chance auf mehr Selbstständigkeit im Alltag – ganz zu schweigen von dem Erfolgserlebnis, etwas Eigenes geschaffen zu haben: das eigene Essen. Am Stand wurde er von seiner Frau Suzana Jöns sowie der Ernährungsberaterin Frau Dr. Entenmann begleitet.
- Im Freibereich war auch die Vertreterin der Fachgruppe Führhundhalter des BSV Württemberg Frau Diana Krause-Leichtle. Sie erklärte Besuchern was ein Blindenführhund ist und wie er seine tägliche Arbeit verrichtet. Zur Entschädigung gab es für diesen am Aktionstag etliche Kuschelrunden und Streicheleinheiten.
- Moderiert und eröffnet wurde der Tag durch Herr Ralf Müller dem Leiter der Bezirksgruppe Ludwigsburg des Blinden und Sehbehindertenverband Württemberg e.V. In seiner Eröffnungsrede informierte er über den Verband, seine Bezirksgruppen, Fachgruppen und Abteilungen sowie über die Beratungsangebote.
Die Referentinnen und Referenten sprachen offen über Herausforderungen, aber auch über Strategien, Mut und Selbstvertrauen. Diese persönlichen Einblicke machten den Tag besonders authentisch.
Gemeinschaft, die trägt
Neben all den Informationen war der Aktionstag vor allem eines: ein Ort der Begegnung. Menschen kamen miteinander ins Gespräch, tauschten Erfahrungen aus, knüpften Kontakte oder entdeckten neue Möglichkeiten für Engagement und Unterstützung. Die Bezirksgruppe Ludwigsburg zeigte sich als lebendige Gemeinschaft, die füreinander da ist und aktiv daran arbeitet, Barrieren abzubauen – im Kopf wie im Alltag.
Ein Fazit, das Mut macht
Der Aktionstag am 13. Juni 2026 war mehr als eine Informationsveranstaltung. Er war ein starkes Signal für Inklusion, Teilhabe und gegenseitiges Verständnis. Die Mischung aus Fachwissen, praktischen Einblicken und persönlichen Begegnungen machte den Tag zu einem besonderen Erlebnis für alle Beteiligten. Die Botschaft, die bleibt: Sehbehinderung betrifft uns alle – und gemeinsam können wir viel bewegen.
Ein großer Dank geht an die Sparda Bank BW eG Filiale Ludwigsburg und die Stadt Ludwigsburg, die anwesenden Referentinnen und Referenten, die Akteure an den Ständen im Innen- und Freibereich des Kulturzentrums Ludwigsburg sowie an alle Besucher des Aktionstags. Besuchen und unterstützen Sie uns gerne wieder… der nächste Aktionstag kommt. Bald gibt es Näheres dazu… soviel vorab:
ES WIRD WIEDER INFORMATIV, UNTERHALTSAM UND SPANNEND
Vielen Dank
Ralf Müller
Leiter der Bezirksgruppe Ludwigsburg des BSV Württemberg
Blickpunkt Auge Berater in der Anlaufstelle Ludwigsburg im BIBS (Barrierefreie Informations- und Beratungsstelle der Stadt Ludwigsburg)
Beauftragter des Vorstands für Barrierefreiheit, Umwelt und Verkehr




