Besuch in der Muster-Wohnung für barrierefreies Wohnen für Senioren und behinderte Menschen in Stuttgart West
Wie kann ich möglichst gut und lange zu Hause in meiner vertrauten Umgebung leben? Welche Möglichkeiten habe ich, meine Wohnung umzugestalten und wer unterstützt mich dabei? Welche Alternativen gibt es zum Pflegeheim?
Mit diesen Fragen und möglichen Optionen beschäftigten sich Mitglieder der Bezirksgruppe Stuttgart und ihre Begleitpersonen bei einem Besuch der barrierefreien Musterwohnung und einem anschließenden Vortrag der Fachstelle Wohnen zur Pflege-Wohngemeinschaft.

In der barrierefreien Musterwohnung des Deutschen Roten Kreuzes, auch als „Werkstatt Wohnen“ bekannt, finden sich Produkte und bauliche Lösungen, die den häuslichen Alltag für ältere oder behinderte Menschen erleichtern. Die Musterwohnung ist aufgebaut wie eine normale Wohnung mit Küche, Bad, Schlaf- und Wohnzimmer. Wir lernten dort verschiedene Hilfsmittel und bauliche
Anpassungen kennen, die zu einem möglichst eigenständigen Leben verhelfen. Die „Werkstatt Wohnen“ ist beim KVJS (Kommunalverband für Kinder und Jugend) in der Lindenspürstraße 39, Stuttgart West untergebracht. Bzw. es handelt sich dabei um ein rotes Gebäude im Hinterhof, zwischen Hausnr. 35 und 37.

Wer nicht am Termin dabei sein konnte, kann auch eigenständig an einem Besichtigungs- oder Beratungstermin teilnehmen. Für sehbehinderte Interessenten ist möglicherweise auch eine Online-Führung hilfreich. Die Wohnberatung bietet offene Termine zur Besichtigung an, steht aber auch bei Sprechstunden für spezielle Fragen zur Verfügung. im Bericht sind Termine und Kontaktdaten aufgeführt. Zudem ist auch eine individuelle Beratung im eigenen zu Hause, mit einer Unterstützung zur Antragsstellung bezüglich der Finanzierung z. b. über die Stadt Stuttgart möglich. Hierfür erstellt die Wohnberatung auch entsprechende Gutachten.

Schon am Zugang zur Werkstatt wohnen findet man vorbildlich optisch markierte Treppenstufen, die mit 12 cm flacher sind und mit einer größeren Trittlänge ausgestattet sind, als man dies üblicherweise kennt. Es sind beidseitig Geländer vorhanden mit einer geschlossenen Form, die mit taktilen Elementen vor und nach der Treppe versehen sind. Das Geländer beginnt vor der Treppe und endet erst nach der letzten Stufe.
Auch eine Rampe bietet einen vereinfachten Zugang zur Wohnung mit einem Rollstuhl oder Rollator an. Dabei ist der Anstieg von sechs Prozent so gewählt, dass ein Zugang auch ohne den Einsatz eines E-Rollstuhls möglich ist. Es sind beidseitige Radabweiser in Form einer Mauer vorhanden und eine Ruhefläche sowie Rangier- und Bewegungsflächen vorhanden. Der Bodenbelag ist rutschhemmend. Diese Ausführungen sind z. B. in der DIN18040 Teil 2 zu finden. Alternativ kann jedoch oft auch ein Treppenlift in unterschiedlicher Ausführung helfen.

In der Küche fanden wir neben einem mit Punkten markierten Herd und Backofen, erreichbar ohne bücken, auch eine Arbeitsplatte, die höhenverstellbar ist oder auch gleich auf eine individuelle Höhe eingebaut werden kann, wie auch entsprechende Oberschränke. Diese konnten bei Bedarf auch heruntergefahren werden, um einfacher etwas entnehmen zu können. Die Küchengeräte sollten entsprechend den Arbeitsabläufen in der Küche angeordnet sein, so ist zum Beispiel die Spülmaschine in der Nähe des Spülbeckens oder dem Mülleimer sinnvoll. I. d. R. wird dies auch von Küchenstudios berücksichtigt. Es gab dort neben einer sprechenden Waage auch eine Teekanne, die ein vereinfachtes Einschenken durch neigen möglich macht und nicht angehoben werden muss. Neben gut zu greifendem Besteck wurde von uns jedoch anderes Besteck als sehr kritisch gesehen, da die runden Griffe für blinde Menschen schwierig in der Handhabung sind, da sich sonst Messer und Gabel ständig verdrehen.
Für Küchengeräte mit Markierungen und Sprachausgabe für sehbehinderte und blinde Menschen wurden wir auf die Firma Feelware hingewiesen. Diese bietet bereits markierte Geräte oder mit Sprachausgabe kombinierbare Küchengeräte an. Dazu gehören natürlich auch für uns lesbare Bedienungsanleitungen, die sonst oft mit vielen Bildern versehen, wenig hilfreich für uns sind.
Die Firma Feelware unterstützt auch bei der Beantragung, was durch die Aufnahme ins Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen erleichtert wurde. Bei Bedarf verweist Feelware auch an Händler vor Ort.

Des Weiteren bot in der Musterwohnung ein, an der Wand befestigter Tisch mit umlaufender Haltemöglichkeit zwar eine stabile Stütze beim Aufstehen, die eigentliche Tischplatte aber schien uns daher für Mahlzeiten zu weit entfernt. Ein Stuhl, mit einem Federmechanismus ausgestattet, der, durcheinen kleinen Schubs das Aufstehen erleichtert, hatte es uns jedoch sehr angetan, wie auch der Kleiderschrank, bei welchem die Kleiderstange heruntergefahren werden kann. Für kleinere Menschen bietet dieses eine praktische Alternative zum allgegenwärtigen Leiterle. Auch ein Pflegebett kann heute schon in einem Ehebett eingebaut werden. Spezielle Bettvorleger zeigen an, wenn jemand aufsteht, der dies nicht tun sollte und stellt somit auch eine gute Alternative zur fraglichen Fixierung dar. Spezielles Licht, vom Spektrum dem Tageslicht angeglichen, kann sich positiv auf die Stimmung auswirken. Spezielle Greifmöglichkeiten mit Verlängerungen können helfen auch selbstständig Fenster zu öffnen, was uns auch für kleinere Personen und schwierig erreichbare Fenster z. B. hinter einer Küchenzeile, als sehr praktisch erschien.

Im Bad lernten wir neben Einstiegsmöglichkeiten für die Badewanne auch einen Lift für den erleichterten Zugang kennen. Wir erfuhren zudem von verschiedenen Fliesen und deren rutschhemmender Wirkung. Im privaten Gebrauch werden in der Regel Fliesen bis zur Rutschhemmklasse R11 verlegt. Fliesen mit der Klasse R9 reichen meist im privaten Wohnraum aus, Fliesen mit der Klasse R10 werden häufig fürs barrierefreie Bauen verwendet. Wir lernten, dass zur Not auch mit einer Pumpe, alle Duschen mit einem ebenerdigen Einstieg versehen werden können und Waschbecken auch höhenverstellbar sein können. Es gab neben diversen Ideen für Griffe und Haltestangen auch gut greifbare stabile Türklinken. Besonders angetan hatte es uns der Ganzkörper-Föhn, den ich vor allem im Winter auch gerne zuhause hätte, um mich nach dem duschen schön warm trocken zu blasen.

Termine Musterwohnung
Eine offene Führung in der „Werkstatt Wohnen“ der barrierefreien Musterwohnung des KVJS findet in der Lindenspürstraße 39, 70176 Stuttgart West, statt. Eine vorherige Anmeldung über das DRK Stuttgart ist erforderlich! Unter: E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Oder Telefon: 0711 / 2808-1331

Eine Anmeldung zur offenen Sprechstunde ist hingegen nicht notwendig. Die offene Sprechstunde findet am ersten Donnerstag im Monat, 16 – 18 Uhr statt. Während der offenen Sprechstunden stehen Ihnen Mitarbeiter des DRK mit fachlichem Rat zur Verfügung. Bei Wohnberatungsfragen hilft Ihnen die DRK-Wohnberatung:
Tel.: 0711 2808-1334
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Es kann dort auch ein Termin für den Umbau des eigenen Zuhauses angefragt werden.

Verfasserin: Bianka Haacker

Bericht erstellt von: Bianka Haacker, ergänzt durch Regine Sigl

Mit diesem durchaus zutreffenden und zeitlosen Zitat von Friedrich Hölderlin, was zu den einfacher verständlichen seiner Aussagen gehört, wird dieser Bericht eingeleitet:

„Es wird uns leicht, etwas durchzusetzen, sobald wir nur nicht ans Ziel getragen sein, sondern mit eigenen Füßen gehen wollen und es nicht achten, wenn zuweilen ein hartes Steinchen die Sohle drückt. Ich glaube, dass die Ungeduld, mit der man seinem Ziele zueilt, die Klippe ist, an der gerade oft die besten Menschen scheitern.“

Im August machten wir uns von der Bezirksgruppe Stuttgart, sowie Mitgliedern aus umliegenden Bezirksgruppen mit insgesamt 20 Personen bei recht heißen Temperaturen auf zu einem kulturellen Ausflug mit anschließender vierstöckiger Weinprobe. Ziel war das Hölderlinhaus in Lauffen am Neckar. Die gemeinsame Anreise am Samstag, 17. August 2024 ging pünktlich ab Stuttgart Hbf um 11:19 Uhr los. Am Bahnhof Lauffen wurden wir von der Organisatorin dieses Tages, Regine Sigl und ihrem Mann, sowie zusätzlicher Begleitpersonen begrüßt. Ein Spaziergang führte uns zum Hölderlinhaus. Im dortigen Café kamen wir erst einmal an und stärkten uns bei gemeinsamen Gesprächen mit leckeren Butterbrezeln und auch süßen Köstlichkeiten. Gegen 13:30 Uhr startete dann unsere Führung. Zuerst gab es im Hof eine Statue von Hölderlin, die wir erkundeten. Er wird oft mit einem klassischen, eleganten Aussehen beschrieben, das typisch für seine Zeit war. Hölderlin hatte langes, glattes Haar, das oft in der Mitte gescheitelt war, ein schmales, ernstes Gesicht, helle Augen und eine schlanke Statur. Er trug häufig die Kleidung eines gebildeten Mannes seiner Zeit, was oft einen langen Mantel, eine Weste und ein Hemd mit hohem Kragen umfasste. Sein Aussehen wird auch als vornehm und intellektuell beschrieben, passend zu seiner Rolle als Dichter und Denker. Im Gebäude ist eine kleinere Nachbildung von Hölderlin vorhanden, welche Details noch besser fühlbar macht. Regine und Bianka gefielen sein schmales Gesicht und seine langen Haare sowie sein schlanker Körperbau ausnehmend gut.

Auf der Internetseite

https://www.lauffen.de/website/de/freizeit/museen/hoelderlinhaus

ist zum Museum zu lesen:

„Das heutige Hölderlinhaus wurde 1743 vom Großvater des Dichters erworben und bis 1750 zu einem repräsentativen Barockhaus um- und ausgebaut.

Bis 2015 in Privatbesitz, wurde es bis 2020 grundlegend und denkmaltechnisch sorgfältig saniert und zum 250. Geburtstag Friedrich Hölderlins eröffnet.

In vier Ausstellungsräumen präsentiert das Museum Hölderlinhaus in Briefzitaten und Gedichtausschnitten zahlreiche Persönlichkeitsfacetten des sprachgewaltigen Dichters: …“

Zusätzlich zur persönlichen Führung gibt es auch einen Audioguide. Das Haus ist barrierefrei, es gibt auch einen Aufzug. Gemäß seiner Aufenthalte und Stationen im Leben, gibt es drei Museen in unterschiedlicher Darstellung seines Lebens und seiner Dichtkunst. Neben Lauffen kann man in Nürtingen und Tübingen auf den Spuren von Hölderlin wandeln.

Friedrich Hölderlin wurde am 20. März 1770 in Lauffen geboren. Sein Vater war Verwalter des Klosterhofs. Er starb bereits zwei Jahre nach der Geburt Hölderlins. Seine Mutter heiratete bald darauf ein zweites Mal und zog 1774 nach Nürtingen. Von seiner Mutter zum Pfarrerberuf bestimmt, auch weil dies keine Studiengebühr kostete, studierte Hölderlin 1788 bis 1793 im Tübinger Stift Theologie. Während der Studienzeit veröffentlicht er erste Gedichte und arbeitet an seinem Roman „Hyperion“.

Hölderlin ist zu Zeiten der französischen Revolution auf der Seite der menschlichen Rechte, lehnt aber den Jakobinerterror strikt ab. Pfarrer möchte er zu diesem Zeitpunkt nicht mehr werden, wollte es möglicherweise auch noch nie.

Nach gut bestandenem Examen erhält er auf Vermittlung Schillers eine Stelle als Hauslehrer bei Charlotte von Kalb. Schiller veröffentlicht 1794 ein Fragment seines Romans „Hyperion“, der 1797 erscheint; der zweite Band folgt 1799. Im selben Jahr hält sich Hölderlin längere Zeit in Jena und Weimar auf, wo er häufig Schiller besucht und bei diesem mehrfach mit Goethe zusammentrifft. 1795 bis 1798 ist er Hauslehrer bei der Frankfurter Bankiersfamilie Gontard. Er verliebt sich in dessen Ehefrau Susette, die er als „Diotima“ verklärt. Seine Liebe wird erwidert. Der Bankier entlässt ihn deshalb natürlich.

1801 ist er als Hauslehrer in Hauptwil in der Schweiz, 1802 bei einem deutschen Konsul in Bordeaux. Ende Mai wandert er über Paris zurück und trifft Mitte Juni bei Freunden in Stuttgart ein. Dort erreicht ihn die Nachricht vom Tode Susette Gontards, was ihn endgültig aus der Bahn wirft. Seinen Freunden und seiner Familie fallen deutliche Zeichen einer psychischen Krankheit an ihm auf, doch arbeitet er gleichzeitig an der Übersetzung der Dramen des griechischen Dichters Sophokles, die bei einem Frankfurter Verlag erscheinen, der auch einen Gedichtband herausbringen will. Trotz seiner seelischen Zerrüttung lässt er sich von seinem Freund Isaac von Sinclair dazu überreden, eine Stelle als Hofbibliothekar in Homburg zu übernehmen.

Dort verschlechtert sich sein Zustand weiter und er wird schließlich gegen seinen Willen 1806 in eine Klinik in Tübingen eingeliefert, die sich mit psychisch Kranken befasst. 1807 wird er als unheilbar entlassen und dem Tübinger Schreinermeister Ernst Zimmer in Pflege gegeben, der seinen Roman Hyperion begeistert gelesen hatte. Hölderlin ist zu dieser Zeit 37 Jahre alt. Bis zu seinem Tod am 7. Juni 1843 lebt er weitere 36 Jahre im „Tübinger Turm“ am Neckar, der zu Zimmers Haus gehört, schreibt Gedichte und wird von Freunden und Studenten regelmäßig besucht.  Auch Hölderlins Werk wird erst nach seinem Tode einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Erst die Nachwelt war fähig und willens, die Lyrik Hölderlins in ihrer Tiefe und Modernität zu verstehen.

Die Weinprobe fand mit anschließendem Vesper als Abschluss dieses gelungenen Tages ab 16:00 Uhr, wiederum im Café, statt. Wir durften leckere Sommerweine aus der Region genießen und erfuhren, dass der Wein in der Dichtung einen festen Platz und Bedeutung hat. Zu Ehren des in Lauffen geborenen Dichters und Denkers, gibt es natürlich auch einen ihm gewidmeten Wein, den Poet.

Die Bahn zeigte sich an diesem Tag auch auf dem Rückweg von ihrer besten Seite und brachte uns von Lauffen wieder pünktlich nach Stuttgart zurück.

Am Freitag, 02. August 2024 machten sich Mitglieder der Bezirksgruppe Stuttgart auf, um in eine besondere Welt einzutauchen. Jörg Steegmüller stellt als Multitalent mit verschiedensten Materialien in seinem Atelier in Ost-fildern-Ruit z. B. Figuren für Freizeitparks, Wachsfiguren-Kabinette, TV- und Kino-Produktionen her. In seinem Museum Magie der Objekte gibt es daher viel zu schauen, aber natürlich auch viel zu fühlen und zu hören. Hinter den Türen des Ateliers im kargen Industriegebiet von Ostfildern-Ruit leben die Helden unserer Kindheit wie Pumuckl, Ernie und Bert und Hotzenplotz, in ei-ner kuriosen WG mit der Mona Lisa, Zombies und Monstern oder den Helden und Bösewichten aus Star Wars. Seine statischen und beweglichen Figuren, die oft auch sprechen können, bevölkern neben dem Europapark in Rust das Blühende Barock, das Traumland an der Bärenhöhle oder das Tripsdrill. Mas-kottchen wie das VfB-Fritzle und den Wasen-Hasi hat der Heumadener ge-schaffen. Im Gespräch spürt man die Begeisterung für das, was er tut. Wer mehr dazu erfahren möchte, findet auf seiner Internetseite Beispiele für seine Arbeit und Verweise zu Beiträgen, auch zum Anhören über ihn und seine Ar-beit unter:
www.steegmueller-skulpturen.de
oder auf YouTube:
https://www.youtube.com/watch?v=z0MYHkLNjjo
https://www.youtube.com/watch?v=ueDIHEOubFE
Man gelangt zum Skulpteur mit der U7 vom Hauptbahnhof Stuttgart aus in Richtung Nellingen / Ostfildern. Die Fahrtzeit beträgt 20 Minuten. Von dort aus ist es ca. ein Kilometer zu Fuß. Die Adresse ist:
Steegmüller Skulpturen; Senefelderstr. 19; 73760 Ostfildern
Die Führungen sind für verschiedene Personengruppen möglich nach vorheri-ger Terminabsprache und Teilnehmeranzahl. Für blinde und sehbehinderte Gäste würde ich eine Gruppengröße von ca. 15 empfehlen.

Verfasserin: Bianka Haacker

Verfasst von Bianka Haacker (Bezirksgruppenleitung Stuttgart)
Durch unsere Tradition der Abendspaziergänge in den verschiedenen Stadttei-len von Stuttgart, um Stadtteile besser kennen zu lernen, kamen wir auf die Weissenhofsiedlung und den Stadtteil Weißenhof zu sprechen. Nicht erst heu-te ist mir aufgefallen, dass man sich oft in anderen Ländern und Städten bes-ser auszukennen scheint, als dass man seinen eigenen Wohnort kennt. Dies wollten wir mit dem Besuch im Weissenhofmuseum und der Weissenhofsied-lung ändern, auch wenn daraus jetzt, wegen der besseren Sicht am Tag im November, kein Abendspaziergang geworden ist.
Veranstaltungsort war: Weissenhofmuseum im Haus Le Corbusier, Rathen-austr. 1, 70191 Stuttgart. Zu erreichen ab Hauptbahnhof Stuttgart mit der Buslinie 44 in Richtung Pragsattel, Haltestelle Kunstakademie. Von dort sind es wenige Gehminuten.
Weißenhof ist ein 2001 geschaffener Stadtteil von Stuttgart. Zusammen mit den zehn Stadtteilen Am Bismarckturm, Am Pragfriedhof, Am Rosenstein-park, Auf der Prag, Heilbronner Straße, Killesberg, Lenzhalde, Mönchhalde, Nordbahnhof und Relenberg bildet er den Stadtbezirk Stuttgart-Nord. Der Name Weißenhof geht auf einen gleichnamigen landwirtschaftlichen Betrieb an der oberen Birkenwaldstraße zurück, der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch die Bäckermeister Philipp und Sebastian Weiß gegründet worden war. Im Südwesten des Stadtteils liegt die Weissenhofsiedlung.
Die Weissenhofsiedlung in Stuttgart zählt weltweit zu den wichtigsten Archi-tekturdenkmälern. Das Doppelhaus und das Einfamilienhaus von Le Corbusier in der Weissenhofsiedlung gehören zum Welterbe der UNESCO.
Die Weissenhofsiedlung wurde 1927 vom Deutschen Werkbund in Stuttgart als zentraler Bestandteil der Ausstellung ›Die Wohnung‹ errichtet. Diese Häu-ser wurden kontrovers diskutiert. In fortschrittlichen Kreisen wurde die Weis-senhofsiedlung zumeist begeistert aufgenommen, Traditionalisten und Natio-nalisten verunglimpften sie hingegen als "Araberdorf".
Das Weissenhofmuseum in Stuttgart ist ein 2006 eröffnetes Museum für Ar-chitekturgeschichte. Es befindet sich in einem von den Architekten Le Corbu-sier und Pierre Jeanneret entworfenen Doppelhaus in der Weissenhofsiedlung.
In einer Bewertung heißt es: Sehr interessant, welche revolutionäre Wohn- und Bau-Ideen vor rund 100 Jahren in Stuttgart vorgestellt wurden. Die "Gro-ße Führung", auch mit kurzem Weg an anderen Häusern des Ensembles vor-bei, lohnt sich. Vieles, was wir heute als modernes oder praktisches Wohnen empfinden, hatten die Werkbund-Architekten damals schon in die Praxis um-gesetzt und waren ihrer Zeit weit voraus.
Im Museum konnten wir alle verfügbaren Häuser als Modell erfühlen. Diese zumeist bewohnten Häuser, können beim Rundgang in der Weissenhofsied-lung angeschaut werden. Hierfür reichte uns die Zeit an diesem Tag nicht mehr.
Letztendlich buchten wir die Maxi-Führung von 11:00 bis 13:00 Uhr. Wegen der engen Räumlichkeiten und der Raumakustik wird eine Gruppengröße von zehn Personen empfohlen. Bei großem Interesse sind auf Anfrage auch zwei Gruppen parallel möglich.
Die Option, möglichst platzeffizient zu leben und zu bauen, zeigte sich in der zweiten Haushälfte, die wir im Anschluss besichtigten. Bei fehlendem und be-zahlbarem Wohnraum ist dies auch heute ein wichtiger Faktor.
Die zweite Haushälfte ist im damaligen Stil und der Funktionalität der 1920er Jahre eingerichtet, d.h. es können Schrankbetten aus- und eingeklappt wer-den oder Wände zur Raumtrennung eingeschoben bzw. wieder zurückver-schoben werden. Große bzw. lange Fenster und Dachterrassen sowie große Gartenflächen sollten die Bewohner mit Frischluft und Sonnenbad erfreuen. In diese Zeit fällt auch die Kreation der "Frankfurter Küche", die platzsparend ist. Aufgrund der sehr sensiblen Architektur des Hauses, sind im Museum sämtli-che Taschen und Rucksäcke einzuschließen. Das Haus kann zudem nicht bar-rierefrei umgebaut werden, verfügt also über keinen Treppenlift oder Aufzug. Die Flure sind zudem sehr platzeffizient konzipiert, meist nur ca. 60 cm breit. Breitschultrigen Herren oder hochschwangeren Frauen bietet das Haus kein Durchkommen. Für Rollstühle oder Rollatoren gilt dies ebenfalls. Im einge-richteten Hausteil, wodurch wir uns in verschiedenen Etagen bewegten, ist gute Trittsicherheit, ein eingespieltes Team oder ein kräftiger Arm hilfreich, da die Geländer oft tief angesetzt sind bzw. Geländer schon vor Ende der Trep-pen enden.
Da wir die ersten blinden und sehbehinderten Besucher*Innen dort waren, hatte ich die Teilnehmenden um Rückmeldung ihrer Eindrücke gebeten. Mein Dank gilt den vier Personen, die meiner Bitte nachkamen. Diese wichtigen Rückmeldungen und Verbesserungswünsche, natürlich ohne persönliche Da-ten gemäß des Datenschutzes, wurden an das Weissenhofmuseum weiterge-geben. Diese sind ein wichtiger Beitrag für das Museum und zukünftige Grup-pen zur weiteren Umsetzung der Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Menschen.
In der Gaststätte "Lautenschlager", Nähe Hauptbahnhof Stuttgart, konnten wir in gemütlicher Runde die Veranstaltung ausklingen lassen. Die Speisen sind sehr gut, die Preise dort entsprechen dem Stuttgarter Preisniveau. Leider gibt es keine abgeschlossenen Räumlichkeiten für Gruppen, so dass Unterhal-tungen aufgrund der Akustik nur mit den umgebenden Personen möglich wa-ren. Unser Kellner war sehr aufmerksam und hat sich gut auf unsere Bedürf-nisse eingestellt.
Wirtshaus Lautenschlager, Lautenschlagerstraße 24, 70173 Stuttgart

Viele von uns essen sie gerne. Die Einen lieber das weiche, dicke Stück, die Anderen lieber den knusprigen Teil. Mit oder ohne Butter. Mit mehr oder we-niger Salz. Die Rede ist von der Brezel. Aber wer weiß mehr dazu? Oder wer hat schon selbst eine Brezel gebacken?
Es gibt sie zu verschiedenen Anlässen, immer etwas anders, je nach Bundes-land.
Die Geschichte der Brezel, in wenigen Regionen auch „das“ Brezel genannt, ist über 1.000 Jahre alt. Schon seit über 700 Jahren ist die Brezel das Zunft-zeichen der Bäcker. Das Wort Brezel stammt aus dem lateinischen „Bracchi-um“, was so viel wie Arm heißt. Im Althochdeutschen hieß es Brezitella, Preci-ta oder Brezin im Mittelhochdeutschen. Man geht davon aus, dass die Form der Brezel schon über tausend Jahre alt ist. Die vermutlich älteste Abbildung einer Brezel befindet sich auf dem Bild einer Abendmahlszene aus dem 11. Jahrhundert, hergestellt für das Kloster Sankt Peter in Salzburg.
Eine Annahme ist, dass sich die Form der Brezel aus der römischen Ringform über eine Doppel-Sechs bis zur ineinander geschlungenen Brezelform entwi-ckelt hat, die wir heute kennen. Dennoch ranken sich um die Formgebung auch viele Mythen und Legenden.
So machten wir uns also am 25. April 2025 zusammen auf, um in Erdmann-hausen im Brezelmuseum mehr zum Gebäck zu erfahren.
Als unser selbst gemachter Hefeteig ging und später unsere jeweils eigens geformte Brezel im Ofen war, hörten wir Mythen und Legenden über die Formgebung der Brezel. Tatsächlich war keine von uns gebackene Brezel ganz gleich, da die eine mehr, der andere weniger, den lässigen Schwung aus dem Handgelenk raushatte. Interessierte mit Sehrest konnten auch verschiedene Kunstwerke mit Brezeln bewundern. So zum Beispiel was der Mercedes-Stern und die Brezel gemeinsam haben.

Hier die Kontaktdaten, falls ihr dem selbst einmal nachgehen wollt:
Brezelmuseum, Badstraße 8, 71729 Erdmannhausen
Telefon: +49 (0)7144 / 888 2565, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Verfasst von Bianka Haacker, Bezirksgruppenleitung Stuttgart

Verfasst von: Bianka Haacker
Diese Sportart für blinde und sehbehinderte Menschen wird auch „Tischball“ oder „Blindentischtennis“ genannt. Neben dem Blindenfußball oder dem Torball bzw. Goalball ist es eine international anerkannte Sportart.
Um Showdown kennen zu lernen oder um es endlich einmal wieder spielen zu können, trafen sich neun blinde, sehbehinderte und sehende Menschen an diesem Tag ab 11:00 Uhr. Die speziellen Showdown-Platten stehen in den Räumlichkeiten der Nikolauspflege bzw. es gibt auch eine größere und höhere Platte draußen. Bei sehr sonnigem Wetter kamen die Teilnehmenden doch ganz schön ins Schwitzen. Wer sehen konnte, erhielt zum Spielen eine Augenbinde. Zum Einsammeln ausgebüchster, also über die Bande geflogener Bälle, sind Augensterne beim Spiel sehr hilfreich. Ein Dank daher an Lutz und Iris. Ein besonderer Dank aber natürlich an Irina Blessing (Leiterin jüngere Generation), die uns den Schnuppertag ermöglicht hat. Und selbstverständlich auch ein Dank an Julia, welche die Gruppe draußen unterstützt hat. Neben Hinweisen zur richtigen Handhaltung für den Schläger, mussten wir auch lernen, die Kraft richtig zu dosieren, damit die rasselnden Bälle nicht über die Bande hüpften oder gegen die Mittelbande sprangen oder gar auf Brust oder Bauch des Gegenübers landeten.

Aber was ist eigentlich Showdown?
Beim Showdown stehen sich zwei Spieler an der jeweiligen kurzen Seite einer ca. 1,2 m x 3,6 m großen Platte gegenüber, die komplett von einer 14 cm hohen Seitenbande umgeben ist. Eine Mittelbande, die auf der 14 cm hohen Seitenbande steht, trennt die Spielfläche in zwei gleich große Teile. Der Ball wird also nicht wie beim Tischtennis über das Netz, sondern unter die Mittelbande möglichst flach geschlagen. Jeder Spieler verteidigt sein Tor - eine halbkreisförmige Mulde in der Platte an der kurzen Seite - und versucht, den Ball in das Tor des Gegners zu befördern. Wie beim Tischtennis dient ein Schläger zum Aufhalten des ankommenden Balles und zum kraftvollen Zurückspielen. Der rechteckige Schläger hat eine Größe von 20 x 7,5 cm und eine Grifflänge von 10 cm. Der gut hörbare, rasselnde Ball mit einem Durchmesser von 6 cm darf die Platte nicht verlassen. Er darf nicht an und über die 42 cm hohe Mittelbande geschlagen werden.
Hier, für Interessierte, noch ein Link zu unserem Dachverband, dem DBSV, für mehr Details zum Spiel und einem Kurzfilm:
https://www.dbsv.org/showdown.html
Wer in Stuttgart und Umgebung lebt ist herzlich eingeladen, während der Schulzeit immer mittwochs ab 18:30 Uhr zum gemeinsamen Spiel zu kommen.
Irina Blessing bittet um vorherige Anmeldung unter
Telefon: 0152 31861392
oder E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Für den Weg kann auch ein individueller Treffpunkt oder eine gemeinsame Anfahrt vereinbart werden.

Jahresbericht 2025 der Bezirksgruppe Stuttgart beim Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg e. V.

1. Regelmäßige Aktivitäten

Die Bezirksgruppe Stuttgart blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2025 zurück. Zu den festen Angeboten gehörte zunächst noch das Telefontreffen, das aufgrund sinkender Teilnahmezahlen ab November probeweise vom ersten Dienstag auf den ersten Montag im Monat verlegt wurde. Trotz dieser Änderung blieb das Interesse gering, so dass dieses Angebot, als Vorschau für 2026, zum Ende des Monats März 2026 eingestellt wurde. Ursprünglich als stadtteilspezifisches Format gestartet, entwickelte sich das Telefontreffen im Laufe der Zeit zu einem stadtteilübergreifenden Austausch. Vor allem während der Corona-Zeit war es wichtig, um Isolation entgegenzuwirken und um sich über aktuelle Regelungen und Möglichkeiten austauschen zu können.

2. Wandergruppe

Die Wandergruppe, offen für Mitglieder aller Bezirksgruppen sowie Nicht-Mitglieder und sehende Begleitpersonen, bot auch 2025 ein abwechslungsreiches Programm. Regelmäßige Seniorenwanderungen fanden mittwochs statt, ergänzt durch monatliche Samstagswanderungen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade.

Besondere Höhepunkte waren:

- Seniorenwanderung mit Alpakas am 7. Mai in Stuttgart-Stammheim

- Nikolauswanderung mit Jahresabschlussfeier am 3. Dezember

- Tageswanderung Freudenstadt/Baiersbronn mit Besuch der Gartenschau

3. Literaturkreis

Der Literaturkreis „Literarisches Hörkabinett“ traf sich monatlich am letzten Mittwoch in der Stadtbibliothek Stuttgart. 2025 standen u.?a. folgende Werke im Mittelpunkt:

- „Eine deutsche Leidenschaft namens Nudelsalat“ von Rafik Schami (April)

- „Strafe“ von Ferdinand von Schirach (Mai/Juni)

4. Stammtisch

Der Stammtisch in der Gaststätte „Händel und Gretel“ in Stuttgart-Ost fand jeden zweiten Dienstag im Monat statt. Zwischen 10 und 15 Teilnehmende kamen regelmäßig zu geselligem Austausch zusammen.

5. Hörzeitung „Stuttgarter Wocheninfo“

In Kooperation mit atz Hörmedien erschien auch 2025 die wöchentliche Hörzeitung „Stuttgarter Wocheninfo“. Sie informiert blinde und sehbehinderte Menschen über lokale Ereignisse im Großraum Stuttgart und wird im MP3-Format mit Daisy-Struktur bereitgestellt. Die Aufnahmen werden von ehrenamtlichen Vorleserinnen und Vorlesern erstellt.
Beim Treffen derHörer*I und Leser*I konnten sich die Beteiligten im Sommer 2025 kennen lernen.

Besondere Veranstaltungen 2025

6. Showdown-Schnupperveranstaltung (5. April)

Neun Teilnehmende lernten die Sportart Showdown – auch „Tischball“ oder „Blindentischtennis“ – kennen oder spielten sie erneut. Die Veranstaltung fand in den Räumen der Nikolauspflege statt und bot praktische Einführung, Technikübungen und viel Spaß bei sonnigem Wetter.

7. Besuch im Brezelmuseum (25. April)

Die Bezirksgruppe Stuttgart besuchte das Brezelmuseum in Erdmannhausen. Neben historischen Hintergründen zur über 1.000 Jahre alten Brezel konnten die Teilnehmenden eigene Brezeln formen und backen. Mythen, Legenden und Kunstwerke rund um das Gebäck rundeten den Besuch ab.

8. Mitgliederversammlung (17. Mai)

Die Mitgliederversammlung fand im „Haus am See“ statt. Der Beirat informierte über seine Arbeit sowie Neuerungen aus dem Dachverband. Ein angepasster Ablauf mit späterem Kaffee und Kuchen sowie optionalem Abendessen sorgte für mehr Flexibilität.

9. Jubiläum: 200 Jahre Braille-Schrift

Das bedeutendste Ereignis des Jahres war die große Jubiläumsreihe zum 200. Geburtstag der Braille-Schrift. In Kooperation mit dem Literaturhaus Stuttgart, dem Kunstmuseum Stuttgart, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der Stadtbibliothek wurden mehrere inklusive Veranstaltungen organisiert.

Dazu gehörte der Jubiläumsabend im Literaturhaus am 19. November 2025.

Der Abend begann mit einer Podiumsdiskussion über Geschichte, Bedeutung und Zukunft der Braille-Schrift. Anschließend folgte eine Lesung des Autors, Steffen Schröder und ein Gespräch mit ihm zu seinem Buch „Der ewige Tanz – Über das Leben von Anita Berber“, das eigens in Braille gedruckt worden war und als Patenschaft an die dZB lesen überreicht wurde. Ein Mitglied von Stuttgart trug passend zum Thema einen Auszug aus dem Braillebuch vor.

Die Veranstaltung wurde live audiodeskribiert.

Zur Veranstaltungsreihe gehörten Inklusive Kunstführungen, im Kunstmuseum. Im Rahmen der Ausstellung „Anita Berber – Orchideen“ fanden zwei Führungen mit Bildbeschreibung statt. Kunsthistorikerin Stefanie Alber ermöglichte den Teilnehmenden ein intensives, barrierearmes Kunsterlebnis.

Bei den Stuttgarter Buchwochen wurde Brailleschrift und das vielfältige Angebot der DZB lesen im Haus der Wirtschaft thematisiert.

10. Besuch des Weissenhofmuseums (15. November)

Die Gruppe besuchte die Weissenhofsiedlung und das Weissenhofmuseum, ein bedeutendes Architekturdenkmal und UNESCO-Weltkulturerbe. Modelle der Häuser konnten ertastet werden, und die Führung bot spannende Einblicke in die Wohnkonzepte der 1920er Jahre. Aufgrund der engen Flure und fehlender Barrierefreiheit war der Besuch körperlich anspruchsvoll, aber sehr eindrucksvoll.

Resume und Abschluss

Das Jahr 2025 war geprägt von vielfältigen Aktivitäten, kulturellen Höhepunkten und einem starken Gemeinschaftsgefühl. Besonders die Jubiläumsveranstaltungen zur Braille-Schrift setzten ein wichtiges Zeichen für Inklusion, Kultur und Engagement in der Region Stuttgart. Es zeigte sich praktisch, wie Kunst und Kultur inklusiv funktionieren können.
Danken möchte ich dem Literaturhaus für die großartige Unterstützung bei der Umsetzung. Das Kulturamt hat uns mit der finanziellen Förderung erst zu dieser Möglichkeit verholfen. Die Leibinger Stiftung hat mit ihrer großzügigen Spende, dankenswerter Weise, zusammen mit Spenden aus der Bezirksgruppe Stuttgart, die Umsetzung der Buchpatenschaft für die Dzb lesen ermöglicht.

Nicht zuletzt trug auch vielfältiges ehrenamtliches engagement zum Gelingen der Veranstaltungsreihe bei.

Bericht wurde verfasst von Bianka Haacker (Bezirksgruppenleitung, Stuttgart)

Jahresrückblick 2024

Bezirksgruppe Stuttgart im Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg e. V.

Das Jahr 2024 begann für die Bezirksgruppe Stuttgart mit dem Neujahrsempfang am 13. Januar im Haus am See. In angenehmer Atmosphäre kamen viele Mitglieder zusammen. Bei gutem Essen und Getränken blieb viel Zeit für Gespräche und persönlichen Austausch. Ein wichtiges Thema des Nachmittags war der Schutz vor Trickbetrug. Zwei Polizeibeamte stellten in kurzen Szenen typische Betrugsmaschen vor. Die Szenen waren teilweise bewusst übertrieben und sorgten trotzdem für nachdenkliche Momente. Im Anschluss beantwortete ein weiterer Polizeibeamter viele Fragen. Dabei wurde deutlich, dass es für blinde Menschen keinen wirklich sicheren Polizeiausweis gibt. Deshalb wurde empfohlen, bei Unsicherheit selbst bei der zuständigen Polizeiwache bzw. -Präsidium anzurufen und dort nachzufragen.

Im Frühjahr stand eine unerwartete Veränderung an. Unsere bisherige Stammtischgaststätte „Wohnzimmer“ schloss Ende April 2024 dauerhaft ihre Türen. Deshalb musste schnell ein neuer Treffpunkt gefunden werden. Bereits ab dem 14. Mai fand der monatliche Stammtisch im Restaurant Hendl & Gretel in Stuttgart-Ost statt. Ausschlaggebend war die gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die freundliche Atmosphäre und die gute Küche. Der Stammtisch findet weiterhin jeden zweiten Dienstag im Monat ab 17 Uhr statt.

Ein großer Höhepunkt des Jahres war das Louis-Braille-Festival vom 3. bis 5. Mai 2024 in Stuttgart. Gemeinsam arbeitete unser Verband mit dem DBSV (Dachverband aus Berlin) und der Nikolauspflege lange an der Vorbereitungen und Realisierung dieser Mamut-Veranstaltung. Das Festival bot ein vielseitiges Programm. Viele Gäste konnten Stuttgart auf besondere Weise erleben. So wurden unter anderem Führungen zur Grabkapelle angeboten. Bei „Blind Date für Stuttgart“ konnten Besucherinnen und Besucher die Stadt im Dunkeln entdecken. Auch Museen beteiligten sich mit besonderen Angeboten.

Unsere Bezirksgruppe und Vorstandsmitglieder beteiligten sich gemeinsam mit Mitarbeiterinnen aus den Bereichen Orientierung und Mobilität sowie lebenspraktische Fertigkeiten der Nikolauspflege an einem Handarbeitscafé. Dort wurden wunderschöne Makramee-Arbeiten und gestrickte Babykleidung präsentiert. Viele Besucherinnen und Besucher waren begeistert von den selbst gefertigten Arbeiten. Abends gab es Musik, Kabarett und frisch gemixte Cocktails. Bei schönem Wetter fanden viele Begegnungen auch draußen statt.

Das Festival erinnerte an das Leben von Louis Braille und ehrte sein Lebenswerk. Er wurde am 4. Januar 1809 in Coupvray geboren und starb bereits am 6. Januar 1852 in Paris. Den weltweiten Erfolg seiner Blindenschrift konnte er selbst nicht mehr erleben. Seine Erfindung ist bis heute von unschätzbarem Wert für blinde Menschen auf der ganzen Welt.

Auch unsere Wandergruppe war 2024 wieder aktiv. Am 8. Mai fand eine Seniorenwanderung am Neckarufer von Mühlhausen nach Remseck statt. Im November ging es vom Feuersee über die Karlshöhe und die Hasenbergsteige bis zum Birkenkopf. Den Abschluss bildete im Dezember die Nikolauswanderung mit einer kleinen Jahresabschlussfeier. Die Wanderungen boten Bewegung, Naturerlebnisse und viele schöne Gespräche.

In Kooperation mit atz Hörmedien erschien auch 2024 die wöchentliche Hörzeitung „Stuttgarter Wocheninfo“. Sie informiert blinde und sehbehinderte Menschen meist über lokale Ereignisse im Großraum Stuttgart und wird im MP3-Format mit Daisy-Struktur bereitgestellt. Sie ist als CD oder per Download-Link erhältlich. Die Aufsprachen werden von ehrenamtlichen Vorleserinnen und Vorlesern erstellt. Leider sinken die Zahlen der Abonennten.

Am 16. Mai 2024 fand außerdem wieder das jährliche Gespräch mit Behindertengruppen bei der Stuttgarter Straßenbahn AG statt. Der Austausch mit der SSB ist für unsere Bezirksgruppe, aber auch für andere Behindertengruppen sehr wichtig. Zusätzlich fanden regelmäßig Sensibilisierungstermine mit deren Fahrgastbetreuern statt. Mit Simulationsbrillen konnten verschiedene Formen von Sehbehinderung nachvollzogen werden. Dadurch entstand mehr Verständnis für die Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen, wenn diese die Unterstützung der Fahrgastbetreuer*I benötigen.

Ein fester Bestandteil im Verbandsjahr war auch der Literaturkreis, auch literarisches Hörkabinett genannt. Er trifft sich regelmäßig am letzten Mittwoch im Monat, meist in der Stadtbibliothek, wo wir einen festen Raum nutzen dürfen. Im Mai und Juni standen Werke von Erich Kästner im Mittelpunkt. Im September stellte Gastleserin Frau Henning das Buch „Marseille 1940“ von Uwe Wittstock vor. Im November beschäftigte sich der Literaturkreis mit Texten aus dem Buch „Weihnachten 1945“.

Neben allen Veranstaltungen gehörte auch das monatliche Telefontreffen wieder fest zum Jahresprogramm. An jedem ersten Dienstag im Monat konnten sich Mitglieder von 18:30 bis 20:30 Uhr telefonisch austauschen.

Durch den Hinweis eines Mitglieds wurde die Bezirksgruppe auf den Künstler Jörg Steegmüller aufmerksam. Am 2. August 2024 besuchten wir sein Atelier in Ostfildern-Ruit. Dort tauchten wir in eine besondere Welt ein. Jörg Steegmüller gestaltet Figuren und Objekte für Freizeitparks, Filmproduktionen und Ausstellungen. Viele Figuren konnten nicht nur betrachtet, sondern auch ertastet und gehört werden. Bekannte Figuren wie Pumuckl, Ernie und Bert oder der Räuber Hotzenplotz sorgten für große Begeisterung. Besonders beeindruckend war die spürbare Freude, mit der der Künstler von seiner Arbeit erzählte.

Am 17. August 2024 führte uns ein kultureller Ausflug nach Lauffen am Neckar. Dort besuchten wir das Hölderlinhaus, das Geburtshaus des Dichters Friedrich Hölderlin. Nach der gemeinsamen Anreise blieb zunächst Zeit für Kaffee, Butterbrezeln und Gespräche. Anschließend erhielten wir eine interessante Führung durch das Museum. Die Ausstellung zeigte viele Seiten des Dichters und seines Lebens. Das barrierefreie Museum verfügt erfreulicherweise über einen Audioguide und einen Aufzug. Den Abschluss des Tages bildete eine Weinprobe mit regionalen Weinen und einem gemeinsamen Vesper.

Ein wichtiger Termin im Herbst waren die Wahlen der Bezirksgruppe Stuttgart am 7. September 2024. Gewählt wurden die Bezirksgruppenleitung, deren Stellvertretung sowie Delegierte und Ersatzdelegierte. Viele Mitglieder beteiligten sich engagiert an der Veranstaltung.

Das Jahr 2024 war, geprägt inkl. durch das große Louis-Braille-Festival, ein Jahr der Begegnungen, kultureller Erlebnisse und großem ehrenamtlichen Engagement. Nicht vergessen zu erwähnen möchte ich auch diesmal die hervorragende Unterstützung durch unsere sehenden Ehrenamtlichen, ohne die unser Verbandsleben so nicht funktionieren würde. Ein herzlicher Dank gilt zum Abschluss den großartigen "Augensternen"

Der Bericht wurde von Bianka Haacker (Bezirksgruppenleitung) erstellt

Die Bezirksgruppe Stuttgart hatte zu Beginn des Jahres 2023 ca. 190 Mitglieder. Sie ist somit die größte Untergliederung im Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg e. V. Die Bezirksgruppenleitung hatte ab 2020, also auch 2023, Bianka Haacker inne. Unterstützt wird sie / ich vom gewählten, ebenfalls ehrenamtlichen, Beirat. Undenkbar wären unsere vielfältigen Aktivitäten ohne die Unterstützung von sehenden Ehrenamtlichen. Generell sind die ehrenamtliche Arbeit und Unterstützung in verschiedenster Form, ein gutes Mittel gegen Einsamkeit. Jemandem seine Zeit zu schenken kann auch eine große eigene Bereicherung sein und Zufriedenheit schenken. Zudem kostet es nichts. Eine Erweiterung des eigenen Horizonts oder zumindest eine schöne Abwechslung zum täglichen Einerlei ist es allemal.

Im Jahr 2023 ging, nach Corona, nun langsam wieder alles seinen gewohnten Gang. Einzig die Zahl der Teilnehmenden an Aktivitäten unserer Bezirksgruppe waren zunächst noch verhaltener als zuvor. Wir mussten alle wieder lernen, aktiver außerhalb unserer Wohlfühloase zu werden, was natürlich mit Herausforderungen an die eigene Selbstständigkeit und Motivation, nicht jedem oder jeder leicht fiel. Trotzdem war 2023 mit vielfältigen Aktivitäten gespickt, was im Folgenden berichtet werden soll.

Unser Telefontreffen ist als Relikt aus der Corona-Zeit geblieben und erfreut sich einer kleinen, aber feinen Gesprächsrunde, die am ersten Dienstag im Monat ab 18:30 Uhr, gelegentlich personell etwas variiert, aber aus einem festen generationsübergreifenden Kern besteht. Als wichtiges Element aus der Corona-Zeit ist die Option der Video-Konferenz als zeitsparendere und günstigere Alternative zu Treffen in Präsenz geblieben. Zoom hat sich hier als gute Alternative herauskristallisiert, da eine Einwahl per Telefon ebenfalls möglich ist. So fanden auch unsere Beiratssitzungen zur Planung unserer Aktivitäten am 02.02.2023 und 23.11.2023 per Video-Konferenz statt. Da dies zwar eine praktische Option ist, aber nicht den persönlichen Kontakt ersetzt, trafen wir uns in Präsenz am 15.06. in der Friedenau zu einer weiteren Beiratssitzung.
Ziele unseres Engagements sind, durch gemeinsame Aktivitäten und Gespräche die Stärkung des Einzelnen und die Gewinnung von wieder mehr Lebensfreude zu erreichen. Der Austausch mit anderen Betroffenen zu verschiedensten Themen oder Problemen ermöglicht gegenseitiges Verständnis und ein Zugehörigkeitsgefühl, vielleicht auch Geborgenheit. Neben dem Wohl des Einzelnen ist aber auch die politische Arbeit einer Interessensvertretung wichtig. Der Jahresbericht 2023 wird einen Einblick dazu geben.

Wiederkehrend ist die bauliche, aber auch die digitale Barrierefreiheit oder der barrierefreie Schriftverkehr ein Dauerbrenner. Themen sind die Baustelle zu Stuttgart 21 mit stetigen Veränderungen, die vielen und langwierigen Baustellen in der ganzen Stadt wie auch die unbefriedigende Situation mit den E-Rollern.

Regelmäßig werden Schüler unterschiedlichen Alters, Teilnehmende an einem freiwilligen sozialen Jahr oder angehende Krankenpflegekräfte bezüglich Blindheit uns Sehbehinderung durch uns Ehrenamtliche sensibilisiert.
Genannt sei hier z. B. ein Besuch im Ferienprogramm des Hort an der Torwiesenschule, am Mittwoch, 09.08.2023 ab 09:00 Uhr. An diesem Termin waren 30 Schüler anwesend die z. B. mit Simulationsbrillen unterschiedliche Sehbehinderungen erleben konnten. Eine Orientierung mit dem Blindenlangstock unter Einbezug der anderen Sinne oder das Kennenlernen verschiedener Hilfsmittel, wie sprechende oder taktile Uhren, sprechende und fühlbare Messgeräte oder ein Geldscheinprüfer und ein sprechendes Handy gehörten zum Programm an diesem Morgen. Jedes Kind erhielt, neben seinem Namen in Brailleschrift, auch ein Braille Alphabet, um auch diese Fassette von Blindheit kennenzulernen.

Auch schon 2023 warf das Louis-Braille-Festival vom Mai 2024 mit viel Planung seine Schatten voraus. Dieses wird dann ausgiebig im Jahresbericht von 2024 Thema sein.

Zu Beginn des Jahres 2023 waren an unserem Neujahrsempfang am 08.01.2023 im Restaurant „Haus am See“ 45 Personen anwesend. Wie immer stießen wir mit Sekt oder Saft zusammen auf das neue Jahr an. Zum festen Bestandteil des Neujahrsempfangs gehörte neben gemeinsamen Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen, auch ein literarisches oder musikalisches Programm. Bei dieser Veranstaltung hatten wir das musikalische Klarinetten-Trio Lukotes, zu gast. Diese jungen Leute sind allesamt Teilnehmende bei Jugend musiziert und wurden uns von der Musikschule Stuttgart vermittelt. Die jungen Leute gaben uns einen vielfältigen Ohrenschmaus aus älteren klassischen, aber auch modernen Werken zum Besten wie:
- Wolfgang A. Mozart (1756-1791), Divertimento Nr. 1, 1. Allegro.
- Jacques Bouffil (1783-1868), Trio Nr. 5 a-moll, 1. Allegro moderato
- Scott Joplin (1868-1917), The strenuous life
- Allan Rosenheck (1938-2018), Party Time
- Traditional Chassidische Melodien, (Arr.: B.Wilhelm, M.Kern)
- Wolfgang A. Mozart Divertimento Nr. 1: Rondo
- Allan Rosenheck, Pepe‘s Tango
- Claude Debussy (1862-1918), Le petit négre
- Irving Berlin (1888-1989), Alexander‘s Ragtimeband
- Markus Kern, Fantasia ebraica, 3. SatzAllegro

In Stuttgart halten wir schon einige Jahre guten Kontakt zur SSB (Stuttgarter Straßenbahnen AG) So gehört das SSB-Jahresgespräch mit den verschiedenen Behindertenvertretungen zum festen Bestandteil der Zusammenarbeit und Kooperation, um das Angebot, möglichst für alle, immer noch ein Stück barrierefreier zu gestalten. Das Treffen fand am Dienstag, 16. Mai 2023 von 15:00-17:00 Uhr Am Standort der SSB statt. Großes Thema für uns ist z. B. die fehlende Ansage, welche Bahn oder Bus an den oberirdischen Haltestellen einfährt. Verschiedene Systeme werden hierzu von der SSB geprüft, die teils in anderen Städten schon mehr oder weniger gute Resultate mit sich gebracht haben.
Fester Bestandteil unserer Kooperation mit der SSB ist auch die Schulung der Fahrgastbetreuer. Dies fand 2023 auch mehrmals statt. Es geht hierbei darum, sich mittels verschiedener Simulationsbrillen besser in die Situation blinder und sehbehinderter Menschen hinein versetzen zu können. Richtiges Führen und hilfreiche Ansagen zum Weg gehören genauso dazu wie eigene Erfahrungen der Geschulten mit einem Blindenlangstock oder einem Rollstuhl umzugehen.

Eine wichtige oder besser gesagt sogar lebensnotwendige Veranstaltung war unser Erste-Hilfe-Kurs im Februar 2023 bei den Maltesern in Korntal. 13 Mitglieder wurden von zwei Begleitpersonen unterstützt. Die Kursleiterin zeigte uns am Beispiel einer entsprechenden Puppe wie beatmet wird und eine Herzdruckmassage funktioniert. Eigene Verbände wurde angelegt und die stabile Seitenlage erprobt. Für Interessierte an Details gibt es einen entsprechenden Artikel, von mir verfasst, im Vereinsboten.

Für den 29.04.2023 bestand für uns im Lindenmuseum die Möglichkeit zu einer Führung durch die blinden- und sehbehindertengerechte Sonderausstellung „von Liebe und Krieg“, Tamilische Geschichten aus Indien und der Welt. Die spezielle Führung für uns startete um 10:30 und endete um 12:00 Uhr. die Teilnehmerzahl war auf 15 Personen begrenzt. Zur Erinnerung sei hier ein Auszug der Ausstellung zitiert:
"Die Ausstellung zeigte die Geschichte und Gegenwart tamilischer Kultur. Über 80 Millionen Menschen in Indien, Sri Lanka und anderen Teilen der Welt identifizieren sich als Tamil*innen: Sie teilen dieselbe Sprache, das Tamil, die ihren Ursprung im Süden Indiens hat. Von Liebe und Krieg versucht, ihre Geschichte und Geschichten auf vielfältige Weise erlebbar zu machen, indem unterschiedliche Menschen ihre Erzählungen über Kulturen und Identitäten von Tamil*innen teilen. Sie sprechen über soziale Bewegungen, darstellende und bildende Kunst, Aspekte der Alltagskultur und religiöse Vielfalt. Die Ausstellung zeigt dem Caṅkam-Zeitalter zugeschriebene archäologische Objekte, eine Auswahl von Bronzen aus der Zeit der Cōḻa-Dynastie (9. -13. Jh.), aber auch Arbeiten von Künstler*innen des Madras Art Movement aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit der Kastengrenzen überschreitenden Bhakti-Mystik des Mittelalters, der „Dravidischen Bewegung“ des 20. Jahrhunderts oder dem bis 2009 andauernden Kampf der Liberation Tigers of Tamil Eelam um einen eigenen tamilischen Staat
neben eleganten Statuen aus den Tempeln der Cōḻa, einem Dorfschrein des Gottes Aiyanar und dem Aufbau bunter Kolu-Figuren sind auch historisch bedeutende Objekte aus der Blütezeit des Buddhismus und Jainismus zu sehen. Auch muslimische und christliche Kultur waren im Süden Indiens bereits früh zu finden und hatten gewichtigen Einfluss auf die tamilische Kultur und Kunst."
Leider durften wir natürlich nicht alles anfassen, konnten aber den Elefantengott Ganesha anfassen oder  erleben wie man sich in einen Sari kleidet.

Am 02.09.2023 fand unsere herbstliche Jahreshauptversammlung im Haus am See statt. Neben schöner gemeinsamer Zeit und gegenseitigem Austausch bei Essen und Getränken, war auch eine der beiden unabhängigen Teilhabeberaterinnen, die in unserer Verbandsgeschäftsstelle angesiedelt sind, zu Gast. Sie erklärte ihre Aufgaben und Beratungsoptionen, stellte Änderungen durch das Bundesteilhabegesetz vor und stand den Anwesenden auch für Einzelberatungen zur Verfügung.
Die Bezirksgruppenleitung gab zudem einen Überblick zu Änderungen oder Neuerungen in Stuttgart oder im Verband, aber auch zu Veränderungen bei den Mitgliedern und zum Gedenken an die Verstorbenen.
Dazu gehört z. B., dass es nun für den weiten Weg am Hauptbahnhof Stuttgart einen Shuttle-Service gibt, welcher auch der wichtigen Arbeit unseres Beauftragten für Umwelt und Verkehr zu verdanken ist, der verschiedene Gremien und Ausschüsse informiert und berät.

Die Bezirksgruppe Ludwigsburg plante für den 12.05.2023 eine blinden- und sehbehindertengerechte Kunstführung, zu welcher die Bezirksgruppe Stuttgart ebenfalls eingeladen wurde. Die Führung fand In der städtischen Galerie in Bietigheim-Bissingen statt. Beginn war um 15:00 Uhr. Es ging um tast- und fühlbare Kunst für blinde und sehbehinderte Menschen von Patrizia und Dieter Kränzlein (Vater und Tochter Kränzlein). Veranstaltet und geleitet wurde die Führung von Frau Dr. Isabell Schenk-Weininger, bei der wir auch früher schon sehr ansprechende Führungen genossen hatten. Danach, gegen 17:00 Uhr, war ein Tisch im Rossknecht (im Schloss) für uns reserviert.

Leider war uns das Wetter bei unserer nächsten Out-Door-Führung am 28 Juli 2023 in Bietigheim-Bissingen, ebenfalls mit Frau Dr. Schenk-Weininger, nicht wohlgesonnen, da es stark regnete. Aber wie heißt es so schön: es gibt kein schlechtes Wetter nur schlechte Kleidung? Auch diese Veranstaltung fand in Kooperation mit der städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen statt. Treffpunkt war daher dort um 17:00 Uhr. Die Führung führte durch die malerische Fußgängerzone, die umrahmt ist von Fachwerkbauten und ging bis zu der Metter Anlage (der Park beim Parkplatz Metterwiesen). Der Fokus lag dabei auf menschlichen Figuren die befühlt und betastet werden konnten. Wissenswertes wurde dazu von Fr. Dr. Isabell Schenk-Weiniger erzählt.
Die Dauer der Führung betrug trotz des Regens ca. 1,5 Stunden. die Teilnehmerzahl war auf 20 Personen begrenzt. Nach einem kleinen Spaziergang durch eine herrliche und duftende Grünanlage fand ein Abschluss mit Trink- und Essensmöglichkeit im zur Galerie angrenzenden Galerie Café Restaurant CeMa statt.

Ein besserer Zugang zu Kunst und Kultur für die verschiedenen Behindertengruppen und ihre jeweiligen Bedürfnisse war auch bei den Veranstaltungen im Kulturamt Stuttgart am 10.10., 18.10. und am 12. Juli 2023 Thema. Neben den Vertreter*Innen der Behindertengruppen nahmen auch z. B. das Lindenmuseum oder das Haus der Geschichte teil. Es wird sich 2024 zeigen, dass hier ein wichtiger Anstoß stattfand. Immer mehr Institutionen wie das Haus der Geschichte oder das Stadtpalais, das Theater Rampe oder das Show Depot suchen mit uns Betroffenen zusammen bessere Zugangsmöglichkeiten zu Kunst und Kultur. Gern nehmen wir als Beauftragte in Stuttgart solche Aufgaben wahr, vermitteln aber auch an Fachleute hierfür, da wir als Ehrenamtliche zeitlich nicht alles geschultert bekommen. Zum Glück gibt es zur Umsetzung der Barrierefreiheit auch finanzielle Mittel, da die Zeiten, dies aus reiner Dankbarkeit tun zu sollen, vorbei sind. Wir sind Fachleute für die Barrierefreiheit und Fachwissen kostet auch in allen Bereichen und Sparten. Erfreulich ist also festzustellen, dass unsere fachliche Perspektive finanziell wertgeschätzt wird und die Gelder wiederum unserem Verband und seiner vielfältigen Aufgaben zugutekommt. Viel zu lang mussten wir in der Vergangenheit froh und dankbar für angepasste Führungen für uns sein, die vom Niveau oft leicht nur von den Führungen für Kinder abgeändert wurden und oft immer nur die gleichen fühlbaren Objekte zeigten.

Wegen Corona musste der schon länger angedachte Ausflug zur Firma Weleda nach Schwäbisch Gmünd auf den 15.07.2023 verschoben werden. Entdecken, entspannen, erholen, sich verwöhnen lassen und in die Welt der Sinne, Farben und Düfte eintauchen. So beschreibt die Firma Weleda, die Sie und ihr evtl. als Naturkosmetikmarke oder als Hersteller anthroposophischer Heilmittel kennt, den dortigen Besuch. Alle Weleda Kosmetikprodukte sind zertifizierte Naturkosmetik – nach NATRUE. Dabei stammen über 80 Prozent der pflanzlichen und tierischen Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau.
Am 15.07.2023 war ein Ausflug dort hin, mit Führung in deren Heil- und Duftpflanzengarten, in Schwäbisch Gmünd, ab 14:00 Uhr geplant. Im Anschluss an die einstündige Führung durch den Garten, konnte sich jede und jeder noch seine eigene Seife herstellen und sie, je nach Lust und Laune, selbst parfümieren und mit Blüten verzieren.
Im Anschluss an unseren Besuch im Pflanzengarten und der Seifenherstellung stärkten wir uns noch im dortigen Café in Schwäbisch Gmünd, eh wir uns mit dem Zug und ab Waiblingen mit Schienen-Ersatzverkehr, wieder auf die Heimreise nach Stuttgart machten. Wer wollte, hatte natürlich auch Kosmetikartikel oder Tees aus dem Shop vor Ort im Gepäck. Die Teilnehmerzahl war auf 20 Personen inkl. Begleitpersonen begrenzt und trotz extrem heißer Temperaturen kamen alle gesund und zufrieden zu Hause an.

Um Kunst ging es am 24.06.2023 Auch wiederum bei einer Führung in der Staatsgalerie für die Bezirksgruppe Stuttgart. Am 21. April startete die neue Erlebnis-Tastführung mit Praxisteil »Zwischen Ideal und Abstraktion - die menschliche Figur vom Klassizismus bis in die Moderne«. Diese Tastführung war auf die besonderen Bedürfnisse von sehbehinderten und blinden Erwachsenen ausgerichtet. Mit dünnen Handschuhen ausgestattet, durften Originalskulpturen aus unterschiedlichsten Epochen betastet werden und machten den Rundgang so zu einem intensiven haptischen Erlebnis. Dabei spannte sich der Bogen von feinen Marmorreliefs des Klassizismus, über eine Tonskulptur von Max Beckmann bis hin zu großen Bronzearbeiten von Henri Matisse und Otto Freundlich.
Nach dem Rundgang konnten Erlebnisse und Erfahrungen beim kreativen Modellieren mit Plastilin vertieft werden. Jede*r durfte eine Büste oder Kopf formen, der für zu Hause mitgenommen werden durfte. Leider war die Büste nicht wasserfest, konnte so aber auch im Nachhinein noch verändert oder fertig gestellt werden. Die Dauer der Führung betrug vier Stunden, inklusive einer kleinen Pause. Die Teilnehmerzahl war auf zehn blinde und sehbehinderte Personen plus Begleitpersonen begrenzt. Die Führung begann am 24.06.2023 ab 10:30 Uhr.

am 17. September 2023 fand das große Fest der Mobilität auf der Theodor-Heuss-Straße statt, einer der großen Verkehrsadern Stuttgarts. Unser Verband nahm an dieser Veranstaltung mit einem Info-Stand teil, der von Personen der Bezirksgruppe Stuttgart, aber auch von Vorstandsmitgliedern unseres Verbandes betrieben wurde. Unter dem Namen Theo-mobil veranstaltete die Landeshauptstadt ein Straßenfest rund um das Thema klimafreundliche Mobilität. Die offizielle Einladung des Referats für Klimaschutz, Mobilität und Wohnen erhielten auch wir, um mit unserem Verband auf unsere Bedürfnisse hinzuweisen.

Eine weitere Veranstaltung war auch die Besichtigung der barrierefreien Musterwohnung für Senioren und ein Vortrag zu einer Pflege-Wohngemeinschaft als Alternative zum Pflegeheimplatz. Die Veranstaltung war am 24.11.2023. Hierzu wird es einen ausführlichen Bericht inklusive einer Auflistung von Fördermöglichkeiten im Vereinsboten geben.

Abschließend zu diesem aktiven Jahr, gab es am 12.12.2023 eine Einladung zu einer für uns geeigneten Ausstellung mit fühlbaren Exponaten in den Körperwelten ab 16:00 Uhr. Elf Mitglieder und sechs Begleitpersonen nahmen daran teil. Neben der Bezirksgruppe Stuttgart war die Veranstaltung auch für andere Bezirksgruppen in der Umgebung, sowie die Fachgruppe medizinisch therapeutische Berufe offen. Die Körperwelten waren vom 27.10.23 – 28.01.24 wieder in Stuttgart.
In der Ausschreibung hieß es dazu: "Am Dienstag, 12. Dezember 2023 um 18:00 Uhr erhielten wir als blinde und sehbehinderte Menschen bei einer exklusiven Führung durch die Ausstellung Körperwelten die Möglichkeit, das Innenleben des Körpers im wörtlichen Sinn zu „erfassen“ und zu „begreifen“.
Unter dem Motto “Berühren ausdrücklich erwünscht“ hatten die Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Württemberg e.V. die einmalige Gelegenheit, unter Anleitung die Plastinate zu erleben und diese „mit den Händen zu sehen“. So erhielten wir auf ganz andere Art und Weise einen Einblick in die Anatomie des Menschen und unser faszinierendes Innenleben, dürfen Organe, Muskeln, Knochen, Gelenke und natürlich das Herz ertasten. Der Veranstaltungsort war im Königsbau.

Zu Zeiten von Corona und auch noch 2023 fand unsere bezirksgruppenübergreifende Weihnachtsfeier telefonisch statt. am 26. Dezember 2023 trafen sich Interessierte von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr, um vorgetragene Weihnachtslieder mit der Feehen-Harfe, Geschichten und Erzählungen zu lauschen oder um sich am Weihnachtsquiz zu beteiligen.

Zu den regelmäßigen Aktivitäten der Bezirksgruppe Stuttgart gehört schon jahrelang der Literaturkreis auch literarisches Hörkabinett genannt in der Stadtbibliothek. Immer am letzten Mittwoch im Monat ist es von 14:30 bis ca. 17 Uhr so weit.
Am 29.03. beschäftigten wir uns mit dem ukrainischen Autor, Serhij Zhadan. Steffi, unsere treue und ausgezeichnete Vorleserin, las uns Auszüge aus dem Buch: Himmel über Charkiw vor. Wir lasen auch berührende Schilderungen von ihm aus dem Ukraine-Krieg.
Am 26.04. beschäftigten wir uns mit dem Lebenslauf von Martha Gellhorn, womit sich auch ein Podcasts des Bayer. Rundfunks beschäftigt hatte. Mit Hilfe von ausgewählten Briefen verschafften wir uns einen Eindruck von dieser mutigen, Frau, die dem damaligen Frauenbild weit voraus, Erzählungen, reise- und Kriegsberichte verfasst hatte.
Am 26.06. brachte uns Uwe von Wolfgang Borchert: Schischyphusch und Peter Bichsel aus Kindergeschichten: Ein Tisch ist ein Tisch zum Besten.
Zum Abschluss des Jahres las uns am 29.11. Uwe von Thomas Mann: Weihnachtsabend bei den Buddenbrooks vor und wir lernten das Weihnachtsevangelium aus der Bibel in gerechter Sprache kennen.
Mit Literatur im speziellen Hörbüchern befasste sich 2023 auch die Einladung der Leseohren für den 21. November, an welchem unser Literaturkreis mit zehn Personen teilnahm. In der Liederhalle konnten die Besucher*Innen die Besonderheit von Hörbüchern kennenlernen und worauf es bei der Aufsprache ankommt.

Unser Stammtisch, regelmäßig am zweiten Dienstag im Monat ab 17:00 Uhr, fand nach einem Mehrheitsbeschluss unserer Mitgliederversammlung am 02.09.2023, dann ab Oktober 2023 in der Gaststätte Wohnzimmer, Stuttgart West, statt. Dort waren wir bis zur Schließung der Gaststätte im Frühjahr 2024.

Sonderausstellung im StadtPalais – Museum für Stuttgart
Bericht Maria Seidler vom 5. April 2024
Im StadtPalais – Museum für Stuttgart lief vom 16. Februar bis 5. Mai 2024 die interessante Sonderausstellung „Blind Date mit Stuttgart, entdecke Deine Stadt im Dunkeln“. Die Ausstellung konnte nur mit Führung besucht werden und richtete sich in erster Linie an sehende Besucher*innen, die von blinden oder sehbehinderten Guides durch den dunklen Ausstellungsraum geführt wurden.
Wie entstand das Konzept zur Ausstellung?
Die Museumsleitung besuchte die Dunkelausstellung Dialog Museum in Frank-furt und es entstand der Plan, in Stuttgart im StadtPalais eine Sonderausstel-lung im Dunkeln anzubieten. Ein erster Ideenaustausch zur Realisierung fand am 21. Juli 2023 statt, daran beteiligt waren Frau Gebel, Museumspädagogin, Claudia Böhme, Kulturvermittlerin aus Augsburg, Matthias Nagel, engagiert für Inklusion im kulturellen Bereich in Stuttgart, und ich. Meine Mitarbeit kam dadurch zustande, dass ich bereits seit 2018 im StadtPalais Führungen durch die Dauerausstellung für blinde und sehbehinderte Menschen anbiete. Matthias Nagel, Claudia Böhme und ich haben das Konzept für die Ausstellung entwickelt. Die Museumsleitung wollte diese Aufgabe ausdrücklich an Men-schen mit Blindheit oder Sehbehinderung vergeben. Diese Voraussetzung war bei uns dreien im Kuratorenteam erfüllt. Mit Unterstützung von Frau Gebel entwickelten wir das Konzept mit sieben Stationen, bei denen Hören, Riechen, Tasten und Schmecken, aber auch die Orientierung im Dunkeln mit Hilfe der Guides erlebbar wurden. Es fanden mehrere Abstimmungsgespräche per Zoomkonferenz statt. Dabei standen die Fragen im Vordergrund: Wie wird der 130 qm große Ausstellungsraum gestaltet, was dürfen wir den sehenden Besucher*innen im Dunkeln zumuten, welche Aufgaben kommen auf die Guides zu, welche Orte in Stuttgart wollen wir thematisieren? Hier hat eine Umfrage bei den Mitgliedern der BG Stuttgart nach ihren Lieblingsorten Anregungen für das Ausstellungskonzept gegeben. Ein wichtiger Bestandteil der Ausstellung war der Sound für die einzelnen Stationen. Hierfür hat Matthias Nagel das Drehbuch erarbeitet, Claudia Böhme hat für den Start durch die Ausstellung und für die einzelnen Stationen Empfehlungen für die Guides erstellt und ich habe Hintergrundinformationen zu den Stationen zusammengetragen. Von Seiten des StadtPalais wurden über die Haustechnik und den museumspädagogischen Dienst die Verdunkelung und die Installation für die Lautsprecher sowie große Teile der Möblierung organisiert. Kurz vor Weihnachten stand das gesamte Konzept. Nun kam eine neue Aufgabe: Wie finden wir geeignete blinde und sehbehinderte Guides? Hier haben sich Anfang 2024 dann unsere Sorgen zerstreut. Aus der BG Stuttgart haben sich Guides gemeldet und nach einem Aufruf im LBSV-Newsletter kamen weitere Guides aus dem BSV Würt-temberg dazu. Auch Mitglieder vom Verein aus:sicht (betreibt das Dunkelrestaurant in der Rosenau) beteiligten sich. Am 24. Januar fand das erste Treffen mit den Guides statt, überwiegend in Präsenz, einige auch per Zoom. An diesem Tag war Bahnstreik. Wir konnten unser Konzept vorstellen sowie das Sicherheitskonzept erklären. Von Frau Gebel wurden Fragen zum Honorar für die Guides beantwortet. Die Guides wurden wenige Tage vor der Eröffnung der Ausstellung vom Kuratorenteam geschult, hier vor allem zum Abruf der einzelnen Geräusche passend zur Station mittels einer Fernbedienung und in der Handhabung für den Notlichtschalter. Die Führungen wurden stets mit zwei Guides durchgeführt, einem führenden und einem unterstützenden Guide. Wir drei vom Kuratorenteam übernahmen ebenfalls Führungen.

Eröffnungsabend am 15. Februar
Bei einer gut besuchten und schön gestalteten Eröffnung der Sonderausstellung „Blind Date mit Stuttgart“ im Foyer des StadtPalais durfte mit Musik gefeiert werden. Es fanden erste Kurzführungen für zwei Stationen der Ausstellung statt. Der BSV Württemberg hatte an diesem Abend Gelegenheit, sich mit einem gut gestalteten Infostand zu präsentieren. Hierfür ein herzliches Dankeschön an Ralf Müller, Bezirksgruppenleiter Ludwigsburg, und Bianka Haacker, Bezirksgruppenleiterin Stuttgart, für die Arbeit am Infostand. Der Infostand fand reges Interesse beim sehr aufgeschlossenen Publikum.

Blind date mit Stuttgart 

Bildbeschreibung: Eröffnungsfeier 15.02.2024, Podiumsgespräch, v.l.n.r. Sil-via Gebel, Maria Seidler, Claudia Böhme, Matthias Nagel, Foto: S. Backmund

Was erwartete die Besucher*innen in der Sonderausstellung?
Bei einer Führung konnten sechs Personen für die Dauer von 45 Minuten „Blind Date mit Stuttgart“ besuchen. Sie wurden vom unterstützenden Guide mit Laterne in den Eingangsbereich der Ausstellung begleitet. Der führende Guide begrüßte dann die Gruppe im Dunkeln und gab für zwei Stationen Blin-denlangstöcke aus.
Station 1: Stuttgarter Hauptbahnhof. Es waren verschiedene Bahnhofsgeräusche zu hören, die Geräusche gaben Infos, waren aber auch ein gewisser Stressfaktor. Aufgabe: mit dem Blindenlangstock ein kurzes Stück einem Leitstreifen folgen.
Station 2: Mit Hilfe des Langstocks sollte ein Sitzplatz auf Vierer-Sitzgruppen der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) gefunden werden. Diese Sitzplätze waren im Original und wurden von der SSB zur Verfügung gestellt. Der Sound simulierte eine Fahrt mit der U6 vom Hauptbahnhof zum Charlottenplatz. Nach der Station 2 wurden die Langstöcke wieder eingesammelt.
Station 3: Markthalle. Hier gab es eine Riechstation mit Gewürzen und eine Taststation mit Früchten und Gemüse.
Station 4: Marktplatz vor dem Rathaus. Hier war das Glockenspiel vom Rat-hausturm zu hören. Aufgabe: Das Wappen der Stadt Stuttgart, das Stuttgar-ter Rössle, sollte ertastet werden; zum einen als Relief, zum anderen als ein dreidimensionales Modell. Weitere Aufgabe: im Rathaus eine gelbe Karte (Be-schwerdemanagement der Stadt Stuttgart) in den Briefkasten stecken.
Station 5: Stäffele. Hier konnten die Besucher*innen entscheiden, ob sie die-se Station auslassen möchten. Die meisten entschieden sich dafür, über die kleine Treppe zu gehen. Diese wurde aus dem Theaterfundus des Jungen En-sembles Stuttgart (JES) zur Verfügung gestellt. Links und rechts gab es einen Handlauf, es ging vier Stufen aufwärts, eine kurze Plattform und wieder vier Stufen abwärts. Dies verlangte von den Besuchergruppen Konzentration.
Station 6: Blindenfußball. Der Klingelball wurde gezeigt, man konnte auf Kunstrasen treten und hörte ein kurzes Stück vom Spielverlauf mit Strafstoß. Zwei Klingelbälle, der Kunstrasen und ein ca. 2,5 m langes Stück einer Bande von der Abteilung Blindenfußball im MTV Stuttgart bereicherten die Ausstel-lung.
Station 7: Höhenpark Killesberg. Die Besucher*innen durften auf Bänken Platz nehmen und über Geräusche die Erholung des Parks auf sich wirken lassen. Viele erkannten bei den Geräuschen das Killesbergbähnle mit Dampflok. Zum Schluss wurde ein Mini-Täfelchen Schokolade von Ritter Sport verteilt, damit der Geschmackssinn nicht vergessen wurde. Wenn noch Zeit blieb, beantworteten die Guides Fragen der Besucher*innen. Dann begleitete der unterstüt-zende Guide mit der Laterne die Gruppe aus der Ausstellung. Den eigentli-chen Ausstellungsraum bekamen die Gruppen nicht zu sehen. Diesen galt es im Dunkeln zu erleben.
Die Führungen waren sehr gefragt. Unter der Woche gab es auch Führungen für Schulklassen. Diese Führungen waren teilweise eine echte Herausforde-rung. Die Kinder waren oft sehr aufgeregt und unsicher. Für die Guides waren die Führungen durch die Ausstellung „Blind Date mit Stuttgart“ eine an-spruchsvolle und abwechslungsreiche Aufgabe. Es ergaben sich oft interes-sante Gespräche mit den Besuchergruppen und dann war es bedauerlich, dass wir die zeitliche Vorgabe von 45 Minuten einhalten mussten, denn meistens wartete bereits die nächste Besuchergruppe.

Wegbeschreibung von Stadtbahnhaltestelle Schloss-Johannes-Straße zur Gaststätte Wohnzimmer:
Von Richtung Bahnhof / Stadtmitte kommend, an der Haltestelle in Fahrtrichtung die Rampe hinunter gehen, am Ende der Rampe nach links drehen und die Bahngleise überqueren, danach die Schlossstraße mit Vibrationsampel überqueren. Jetzt 90 Grad nach rechts drehen und die Johannesstraße überqueren. Es gibt einen Leitstreifen, der zur Vibrationsampel führt. Jetzt in gleicher Richtung weitergehen. Nach ein paar Schritten beginnt dann auf der linken Seite die Häuserfront. Die Schlossstraße ist also auf der rechten Seite. Der Straße so lange folgen, bis auf der Häuserseite eine derzeit geschlossene Einfahrt / Garteneingang kommt. Der Kommt nach circa 20 Metern. Das ist der Eingang zum Biergarten des Wohnzimmers. Der Hauseingang liegt ein paar Schritte zurück, also, bevor der Garteneingang kommt.

Von Richtung Botnang / Vogelsang kommend, die Rampe in Fahrtrichtung hinunter gehen, dann 90 Grad nach rechts drehen und die Schlossstraße mit Vibrationsampel überqueren, dann 90 Grad nach rechts drehen und dem Bürgersteig folgen. Nach ein paar Schritten beginnt dann auf der linken Seite die Häuserfront. Die Schlossstraße ist also auf der rechten Seite. Der Straße so lange folgen, bis auf der Häuserseite eine Einfahrt / Garteneingang kommt. Der Kommt nach circa 20 Metern. Das ist der Eingang zum Biergarten des Wohnzimmers. Der Hauseingang liegt ein paar Schritte zurück, also, bevor der Garteneingang kommt.

Bei leichtem Nieselregen machten sich am Samstag 24. September 2022, 20 Personen, also Mitglieder der Bezirksgruppe Stuttgart und ehrenamtliche Begleitpersonen, auf den Weg zu einer besonderen Stadtführung. Veranstaltet wurde sie von der Obdachlosenzeitung Trott-war, die mit dem Verkauf und den Stadtführungen sozial beitragspflichtige Arbeitsplätze für ehemals wohnungslose Menschen geschaffen hat. Treffpunkt war am Charlottenplatz um 11:00 Uhr. Herr Schuler, der selbst viele Jahre obdachlos gewesen ist, begleitete uns bei der Tour. Er zeigte uns Stuttgart aus einem anderen Blickwinkel. Als zwischenzeitlich 20 Jahre trockener Alkoholiker, erzählte er uns von seinem mörderischen Alkoholkonsum, der zu seinen übelsten Zeiten drei Flaschen Wodka pro Tag betragen hat. Um dies zu finanzieren, musste er entweder betteln, tageweise arbeiten oder „einkaufen“. Ein Schicksalsschlag hat den gelernten Koch sozusagen über Nacht von Freiburg nach Stuttgart und in die Obdachlosigkeit gebracht. Er erzählte von seinen schwierigen familiären Verhältnissen, dass es dort viele Alkoholiker gab, was nicht spurlos an ihm vorüberging. Er möchte jedoch nicht, wie viele andere, die Schuld dafür nur bei den anderen suchen. Letztendlich zählt, dass der heute 57-jährige eine Arbeit hat, in der er aufgeht und eine Wohnung hat und sich wohl damit fühlt. Angelangt an der Leonhardskirche, berichtete er von der Besonderheit dieses Gotteshauses, das einige Monate im Jahr als Vesperkirche genutzt wird. Die Bänke werden entfernt, und so können viele sozial benachteiligte Menschen wenigstens einmal am Tag ein warmes Essen bekommen. Nicht alle Vesperkirchen waren zu Zeiten von Corona geöffnet. Jedoch gab es bei der Leonhardskirche weiterhin wenigstens ein Essen to go. Das dortige Angebot umfasst aber normalerweise auch ärztliche Hilfe, einen Friseur, einen Tierarzt sowie Fußpflege, was für Obdachlose, die ja zu Fuß unterwegs sind, sehr wichtig ist. Menschen, wie der Kabarettist Christoph Sonntag oder die Frau unseres Landesherrn, Gerlinde Kretschmann, engagieren sich sehr für diesen Personenkreis. In Zusammenhang mit Wohnungslosigkeit erfuhren wir, dass die fatale Situation auf dem Wohnungsmarkt in Stuttgart derzeit eine Wartezeit von zwölf Jahren auf eine Sozialwohnung zur Folge hat.
Das Ende der Führung war an der Paulinenbrücke. In der Nähe gibt es ver-schiedene Angebote für die wohnungslosen Menschen, oft nach Geschlechtern getrennt. Auch für Kinder und Jugendliche gibt es eine besondere Zuflucht, „Schlupfwinkel“ genannt, wo sie Essen und Getränke bekommen, aber auch in Ruhe chillen oder lesen können. Diese Möglichkeit besteht aber nur tagsüber und umfasst natürlich auf Wunsch auch Beratungsmöglichkeiten zu Mobbing in der Schule, Sucht oder Probleme im Elternhaus usw. Derzeit gibt es offiziell ca. 150 obdachlose Kinder und Jugendliche in Stuttgart. Die Dunkelziffer liegt aber sehr viel höher. Aufgrund der Jugendschutzmaßnahmen kontaktieren die Kinder und Jugendlichen noch seltener offizielle Stellen, da die Sorge besteht, wieder zu den Familien zurückgeschickt zu werden oder ins Kinderheim zu kommen.
Bei den unterstützenden Angeboten für erwachsene obdachlose Menschen erhält man Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten, Kleidung und Hygieneartikel, aber auch eine Karte, auf welcher zum Beispiel immer für drei Tage die Hilfe zum Lebensunterhalt aufgeladen wird. An einem speziell dafür vorgesehenen Geldautomat kann dann jeweils der Betrag von der Karte abgehoben werden. Dies ist natürlich auch ein Schutz, dass nicht alles gleich in Alkohol oder andere Drogen umgesetzt wird und soll auch vor Diebstahl schützen. Offiziell gibt es in Stuttgart über 900 betroffene obdachlose Menschen, jedoch laut Herrn Schuler inoffiziell sicher um die 9000 Wohnungslose in der Stadt. Ebenfalls in der Nähe der Paulinenbrücke gibt es die Franziskanerstube, in welcher die Ordensschwester Margret schon viele Jahrzehnte ein Frühstück für die Obdachlosen ausgibt. Schon vor 30 Jahren war sie im Café La Strada für die Prostituierten der Straße aktiv, in welchem ich, im Rahmen meines Studiums der Sozialarbeit, für ein halbes Jahr mitgearbeitet hatte.

Diese besondere Stadtführung kann ich sehr empfehlen. Sie erweitert allemal den Horizont und gibt Einblicke in andere Lebenszusammenhänge. Wir danken Herrn Schuler für seine Offenheit und auch für seine wortreiche Beschreibung, welche die Stadtführung für uns sehr nachvollziehbar und lebendig gemacht hat.

Verfasst von Bianka Haacker

Am Samstag den 08.10.2022 machten sich 19 Interessierte, überwiegend Mitglieder der Bezirksgruppe Stuttgart des BSVW, durch das wasenbedingt große Menschenaufkommen, auf den Weg zu einer blinden- und sehbehinder-tengerechten Führung in der Grabkapelle auf dem Württemberg. Die Grabkapelle auf dem Gipfel des Württembergs wird auch als Denkmal ewiger Liebe bezeichnet, da König Wilhelm I. mit diesem Bau seiner Frau Katharina den Wunsch erfüllte, auf dem Württemberg ihre letzte Ruhe zu finden. Die Grabkapelle ist das wohl romantischste Bauwerk in Stuttgart. Einheimische nennen sie auch liebevoll das „Schwäbische Taj Mahal“. Der Württemberg gehört zum Stuttgarter Stadtteil Rotenberg und wurde erst 1907 von Rotenberg in Württemberg umbenannt. Vom Württemberg aus bietet sich ein malerischer Blick über das Neckartal. In diesem Mausoleum sind neben Katharina Pawlowna (1788–1819) auch König Wilhelm I. von Württemberg (1781–1864), und die gemeinsame Tochter Marie Friederike Charlotte von Württem-berg (1816–1887) bestattet. Der Bau entstand in den Jahren 1820 bis 1824 nach einem Entwurf des Hofbaumeisters Giovanni Salucci, nachdem man zu-vor die zur Ruine verfallene Burg Württemberg, die Stammburg des Hauses Württemberg, abgetragen hatte. Salucci ließ sich bei seinem Entwurf von Vorbildern wie dem Pantheon in Rom sowie Andrea Palladios berühmter Villa Rotonda, gebaut Ende des 16. Jahrhunderts in Vicenza, inspirieren. Die Grabkapelle ist ein freistehender Rundbau mit drei von Säulen getragenen Vorhallen und vier vorgelagerten Freitreppen.

Nach einem Mittagessen in der Weinstube Löwen in Uhlbach und einem Probiererle des Weins vom Fass, machten wir uns auf zum kurzen, aber steilen Aufstieg auf den Württemberg. Zu der Anlage der Grabkapelle gehört auch das Priesterhaus, wie auch das Psalmenhaus, wo wir von Frau Wagner-Douglas empfangen wurden. Vor der Führung konnten wir zunächst anhand des großen Modells, aber auch anhand eines fühlbaren Grundrisses, einen Eindruck vom Bauwerk erhalten. Auch die russische Großfürstin Katharina, die den Württemberger in zweiter Ehe geheiratet hatte, konnte als kleine Büste erfühlt werden. Die Nachbildung einer Brosche, welche Katharina von ihrem Bruder, dem Zaren von Russland, zur Hochzeit geschenkt bekommen hatte, konnte von uns ebenfalls ertastet werden. Bis heute bestehen noch einige vom Herrscherpaar begründete Projekte. So war der Wasen zunächst entstanden, um die Landwirtschaft voranzubringen, wovon auch heute noch die entsprechende Ausstellung zeugt. Ebenso kommt der Name des Katharinenhospitals aus dieser Zeit sowie vieles mehr. In der Grabkapelle angelangt, standen wir zunächst auf einem reichlich verzierten Gitter oberhalb der Krypta, durch welches die Särge ehemals in die Tiefe gelangten. Die Grabkapelle ist ein russisch-orthodoxes Gotteshaus mit einer faszinierenden Akustik. Über eine recht steile, gewundene Treppe gelangten wir in die Krypta, wo wir diese faszinierende Akustik mit russischen liturgischen Gesängen erleben konnten. Manch einen, wie auch mich selbst, überlief dabei eine Gänsehaut. Ehrfürchtig lauschten wir den Gesängen, die im russisch-orthodoxen Glauben, die Seelen der Verstorbenen begleiten.
Abschließend dankte ich Frau Wagner-Douglas für diese sehr informative und gut vorbereitete Führung, die ich nur empfehlen kann. Ein herzlicher Dank gilt auch den ehrenamtlichen Begleitpersonen, die uns diesen schönen Tag er-möglicht haben.

Hier noch die Kontaktdaten, falls jemand auch Lust auf eine Führung bekommen hat:
Katrin Wagner-Douglas
Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg
Grabkapelle auf dem Württemberg
Württembergstr. 340
70327 Stuttgart
Telefon +49(0)711/337149
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.schloesser-und-gaerten.de

Verfasst von Bianka Haacker, am 10.10.2022

Rückblick auf das Jahr 2022 der Bezirksgruppe Stuttgart

Corona hatte auch im Jahr 2022 noch Auswirkungen auf das Verbandsleben in der Bezirksgruppe Stuttgart. So fand 2022 noch kein Neujahrsempfang statt, was 2023 jedoch dafür um so ausgiebiger im Haus am See mit einem preisgekrönten Klarinettentrio, allesamt Sieger bei „Jugend musiziert“, nachgeholt wurde. Durch Corona begonnene telefonische Aktivitäten blieben jedoch auch 2022 erhalten, da sie für einige zu wichtigen Bestandteilen ihrer Freizeit geworden sind und hierdurch ein abwechslungsreicher Austausch stattfindet und sich einige Mitglieder dadurch auch besser kennenlernten. So findet auch zukünftig an jedem ersten Dienstag eines Monats ab 18:30 Uhr der Telefontreff statt. Auch behielten wir die telefonische Weihnachtsfeier am zweiten Weihnachtstag bei, bei welcher sich Mitglieder und Interessierte verbandsübergreifend beteiligen oder nur zuhören konnten. So wissen wir nun, warum eine Gans gelegentlich einen Pullover tragen muss, oder wir haben uns an die traurige Geschichte des Mädchens mit den Schwefelhölzchen erinnert. Vielen Dank an die Beteiligten für ihre Beiträge und für's zuhören.

Fester Bestandteil des Verbandslebens, seit vielen Jahrzehnten, ist die Wandergruppe der Bezirksgruppe Stuttgart. Diese ist und war auch immer offen für andere Bezirksgruppen oder auch für andere sehende, sehbehinderte oder blinde Interessierte. In der Umgebung von Stuttgart, manchmal auch etwas weiter entfernt, wird monatlich eine Wanderung (ca. 3 Stunden) angeboten. Zudem gibt es sechs Seniorenwanderungen (jeweils am ersten Mittwoch eines ungeraden Monats, ca. eine Stunde lang). So waren beispielsweise bei der Seniorenwanderung am 7. September 17 Wanderfreudige unterwegs. Während der Wanderung ging es um die Erhaltung des Birkacher Felds und um das Leben der sozial engagierten Anna Haag. Bei der 678. Wanderung in Horb am Neckar fanden sich 21 Personen zusammen. Als ortskundiger Organisator der Wanderung hat uns Erwin S. und ein „Nachtwächter“ die schöne Stadt gezeigt und uns über die lange Geschichte der ehemaligen Kreisstadt informiert. Jetzt wissen wir auch, dass die Horber und die Freudenstädter nichts voneinander halten. Am 8. Oktober ging es auf die Schwäbische Alb, organisiert von Bernd und Carola Ö.
Leider mussten wir uns 2022 vom Vater der Wandergruppe, Eberhard V., verabschieden sowie von früheren Wanderführern und liebgewordenen Begleitpersonen. Den Abschluss jedes Wanderjahres bildet die Nikolauswanderung mit gemütlichem Beisammensein im Naturfreundehaus Vaihingen, die auch 2022 in schöner Atmosphäre mit Beiträgen und kurzweiliger Unterhaltung das Wanderjahr beschloss. Im Wanderjahr 2022 gab es 10 Wanderungen und 5 Seniorenwanderungen. Coronabedingt sind wir erst im März 2022 mit unseren Wanderungen gestartet. Im Durchschnitt waren 17 Wanderfreudige unterwegs. Die Wanderung vom 18. Juni in Botnang mussten wir wegen Hitze absagen, sie wurde am 15. Oktober nachgeholt.

Unser monatlicher Stammtisch, an jeden zweiten Dienstag des Monats, in der Gaststätte Friedenau erfreut sich mit einem festen Kern, aber immer auch mit sympathischen Neuzugängen nach wie vor an Beliebtheit. Ab 17:00 Uhr kann jeder teilnehmen ohne vorherige Anmeldung. Auf Betreiben unserer Bezirksgruppe ist dort nun auch eine Speise- und Weinkarte in Brailleschrift verfügbar.

Unser monatliches Treffen unter dem Motto „Literarisches Hörkabinett, Kurzprosa vorgelesen für blinde und sehbehinderte Menschen“ fand ab Mai 2022 wieder jeweils am letzten Mittwoch eines Monats, in der Stadtbibliothek Stuttgart, Mailänder Platz 1, Ebene 3, Max-Horkheimer-Kabinett, von 14:30 Uhr bis 17:00 Uhr statt. Davor fanden sich die Literaturinteressierten telefonisch zusammen.
Es wurden überwiegend Erzählungen, meist von zeitgenössischen AutorInnen vorgelesen. So z. B. von Helga Schubert, Vom Aufstehen, Das Kapital, Wahlverwandtschaft oder Diverse sehr kurze Geschichten aus dem Buch: Huber spannt aus und andere Geschichten aus der Business Class vom Martin Suter. Neben Thomas Mann‘s Frühen Erzählungen (1893 -1912) der Wille zum Glück,
stellte uns Herr Harald K. aus Tübingen, im Juli als Gastreferent, ein Programm über Christian Morgenstern vor.

Im Jahr 2022 konnten auch wieder gemeinsame Aktivitäten stattfinden. So trafen sich am 19.06.2022 immerhin 32 Mitglieder und sechs Begleitpersonen zur Jahreshauptversammlung im Restaurant Haus am See.
Es machten sich auch, bei leichtem Nieselregen, am Samstag 24. September 2022, 20 Mitglieder der Bezirksgruppe Stuttgart und ehrenamtliche Begleitpersonen, auf den Weg zu einer besonderen Stadtführung. Veranstaltet wurde sie von der Obdachlosenzeitung Trott-war, die mit dem Verkauf und den Stadtführungen sozial beitragspflichtige Arbeitsplätze für ehemals wohnungslose Menschen geschaffen hat. Diese besondere Stadtführung ist sehr empfehlenswert! Sie erweitert allemal den Horizont und gibt Einblicke in andere Lebenszusammenhänge. Wir danken Herrn S. für seine Offenheit und auch für seine wortreiche Beschreibung, welche die Stadtführung für uns sehr nachvollziehbar und lebendig gemacht hat.

Am Samstag den 08.10.2022 beteiligten sich 19 Interessierte, überwiegend Mitglieder der Bezirksgruppe Stuttgart des BSV Wü, an einer blinden- und sehbehindertengerechten Führung in der Grabkapelle auf dem Württemberg. Die Grabkapelle auf dem Gipfel des Württembergs wird auch als Denkmal ewiger Liebe bezeichnet, da König Wilhelm I mit diesem Bau seiner Frau Katharina den Wunsch erfüllte, die auf dem Württemberg ihre letzte Ruhe finden wollte. Das Bauwerk ist das wohl romantischste in Stuttgart. Einheimische nennen sie auch liebevoll das „Schwäbische Taj Mahal“.
Die ausführlichen Berichte, auch im Vereinsboten veröffentlicht, können über unsere Internetseite nachgelesen werden.

Am 8. Juli 2022 fand, zwischen 10:00 und 17:00 Uhr, veranstaltet von der Nikolauspflege Stuttgart, im Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle nun endlich wieder die Fachmesse „besser sehen“ statt. Auf der Fachmesse gab es Vorträge und eine große Hilfsmittelausstellung. Beim Infomarkt konnte man sich bei zahlreichen Messe-Ständen z. B. der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung, ansässig in der Verbandsgeschäftsstelle unseres Verbandes, beim VDK, dem Integrationsfachdienst, der Rentenversicherung, bei der Arbeitsagentur oder Pro Retina informieren und beraten lassen. Bei medizinischen Fragen konnte man sich auch an die ausstellenden Augenkliniken wenden, die ihr Fachwissen auch in Vorträgen präsentierten. Beim Infomarkt, war auch der Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg e. V. durch die Bezirksgruppe Stuttgart repräsentiert. Wir danken an dieser Stelle den mehr als 160 Besucherinnen und Besuchern für Ihr Kommen und Ihr Interesse an unserem Stand.

Auch die Öffentlichkeitsarbeit kam 2022 wieder in Gang. Auch weiterhin finden regelmäßig Schulungen zum Thema Blindheit und Sehbehinderung in der Krankenpflegeschule des Robert-Bosch-Krankenhauses statt, bei welchen die Auszubildenden sich mittels Simulationsbrillen mit verschiedenen Sehbehinderungen und deren Auswirkungen auseinandersetzen können, aber auch sich mit daraus ergebenden Irritationen befassen können. Sie können lernen, mit dem richtigen Umgang die Situation betroffener Patienten zu erleichtern. Auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Sozialen Jahrs werden bei Online-Kursen des DRK betreffs dieses Themas sensibilisiert, wie auch Fahrgastbetreuerinnen und -Betreuer der SSB. Immer mehr öffentliche Stellen, wie das Haus der Geschichte oder das Kulturamt Stuttgart, befassen sich mit einem barrierefreien Zugang zu Kunst, Kultur und Geschichte für blinde und sehbehinderte Menschen. So fanden unsererseits Tests und Beratungen zur App im Haus der Geschichte statt, das Kulturamt nahm sich in mehreren Workshops der Zugänglichkeit für die verschiedenen Behinderungsarten an kulturellen Aktivitäten an und auch beim Shaudepot oder beim Theater Rampe ging es um Audiodiskription für blinde und sehbehinderte Menschen.

In Zusammenarbeit mit atz Hörmedien gibt die Bezirksgruppe Stuttgart die wöchentlich erscheinende Hörzeitung „Stuttgarter Wocheninfo“ heraus. So können sich blinde und sehbehinderte Menschen über das lokale Geschehen im Großraum Stuttgart informieren. Die Aufsprache wird dankenswerterweise von Ehrenamtlichen geleistet und von Maria S. aus unserem Beiratsteam organisiert.

Ich danke abschließend allen ehrenamtlich tätigen für ihr Engagement im Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg e. V. Sehr wichtig ist auch, die Unterstützung der sehenden, ehrenamtlichen Helfer, ohne die unsere Wanderungen, Ausflüge, Führungen zu Kunst und Kultur sowie die Stuttgarter Wocheninfo nicht möglich wären. Sie unterstützen uns in vielfacher Weise und schaffen damit gelebte Inklusion.

Stuttgart im Mai 2023
Bianka Haacker

 

Jahresrückblick der Bezirksgruppe Stuttgart 2021

Vorab ein herzlicher Dank an die ehrenamtlichen Vorleserinnen und Vorleser, die Begleitpersonen bei Wanderungen und Aktivitäten und alle anderen sehenden „Augensterne“, die uns in den verschiedenen Bereichen des Alltags und bei der Ausübung unseres Ehrenamtes unterstützen.

Jahreszeitliche Aktivitäten:
Der Neujahrsempfang mit Live-Musikprogramm konnte wegen Corona 2021, sowie auch 2022 nicht stattfinden. Als stimmungsvolle Alternative hatten wir an Weihnachten 2020 und auch am Silvesterabend verbandsübergreifend für telefonische Kontaktmöglichkeiten gesorgt. Unser langjähriges Mitglied r. B. hatte zudem am zweiten Weihnachtstag 2020 für schöne lyrische Stunden gesorgt und uns auch viel über die Entstehung der jeweiligen Lyrik nahegebracht. Auch 2021 fand verbandsübergreifend eine telefonische Weihnachtsfeier am 26.12.2021 statt. Es gab Geschichten und Gedichte sowie musikalische Beiträge mit einer Veehenharfe. Jeder und jede konnte etwas dazu beitragen.

Wegen über den Sommer hinweg gesunkener Fallzahlen, konnten wir am 02.10.2021 unsere Jahreshauptversammlung, im Haus am See durchführen. Frau Sonja Prinz, ebenfalls Mitglied der BG Stuttgart, hielt für uns mit ihrer Gitarre und Gesang ein abwechslungsreiches Musikprogramm bereit, bei welchem auch gern mitgesungen wurde. Wer nach der Veranstaltung noch Zeit und Lust hatte, konnte noch gemeinsam weiter musizieren.

Jährlich findet am 06. Juni der Sehbehindertentag statt. 2021 nutzte man diesen Tag um auf die grauen, für Sehbehinderte schwer oder gar nicht zu erkennende, Poller aufmerksam zu machen. Der DBSV als Dachverband rief zu bundesweiten Aktivitäten anlässlich des sehbehindertentages auf.
Auch in Stuttgart setzten wir am Samstag 05.06.2021 den Pollern, vor allem rund um den Schlossplatz in Stuttgart, gestrickte oder gehäkelte, rot-weiß gestreifte Mützen auf. Diese Aktion der Bezirksgruppe Stuttgart wurde am 28.05.2021 in einer Pressemitteilung im Amtsblatt Stuttgart bekannt gegeben.

Anlässlich der Woche des Sehens bzw. dem Tag des weisen Stockes am Freitag 15.10.2021 führten wir, zusammen mit der Firma Tier, einem Anbieter für E-Roller, eine Aufklärungsaktion für die Nutzer durch. Die Veranstaltung fand auf dem „kleinen Schlossplatz“ Stuttgart, statt und sollte die Nutzer auf die Gefahren herumliegender und ungünstig geparkter E-Roller für blinde und sehbehinderte Menschen hinweisen. Mit Hilfe von Simulationsbrillen konnten unterschiedliche Augenerkrankungen also unterschiedliches Sehvermögen und die damit verbundenen Einschränkungen und Erschwernisse ausprobiert werden, um so auch sensibilisiert handeln zu lernen. Manche dieser Anbieter von E-Rollern haben zwischenzeitlich Aufkleber mit ihren Erreichbarkeitsdaten in Brailleschrift an der Lenksäule, so dass bei einem Unfall auch der Anbieter kontaktiert werden kann. Der Blinden- und Sehbehindertenverband bietet zudem Karten an, die bei unmöglich geparkten oder herumliegenden E-Rollern angebracht werden können.

Telefontreffen:
Die ab Mai 2020 eingeführten monatlichen jeweils drei stadtbereichsbezogenen Telefontreffen wurden auch 2021 fortgesetzt. Als Zusatz probierten wir zwei themenspezifische Telefontreffen am Do. 29.04. ab 19:00 Uhr mit dem Thema „praktische Helfer für den Haushalt“ und am Die. 26.10. zwischen 18:30 und 20:30 Uhr zum Thema Mobilität aus, zu welchen sich nur wenige, dafür sehr interessierte Teilnehmende einfanden. Beim ersten dieser telefontreffen wurde eine praktische Medikamentenbox, ein Medikamententeiler, ein sprechender Eier Kocher und eine Bügelpuppe vorgestellt. Zum Thema Mobilität hatten wir den Jugendreferenten des DBSV Robby Sandberg zu Gast, der uns an seiner umfassenden Erfahrung zu Navigationslösungen für blinde und Sehbehinderte Menschen, teilhaben ließ. Außerdem berichtete uns Frau Susanne Hahn von ihrer Reiseagentur „Anders sehen“ also über Reisemöglichkeiten für unseren Personenkreis.

Monatlicher Stammtisch:
Unser monatlicher Stammtisch, üblicherweise an jeden zweiten Dienstag des Monats, fand nach Öffnung der Restaurants und eines Pächterwechsels wieder ab Mai 2021 mit neuer Braillekarte in der Gaststätte Friedenau statt.

Monatlicher Literaturkreis:
Unser monatliches Treffen unter dem Motto „Literarisches Hörkabinett, Kurzprosa vorgelesen für blinde und sehbehinderte Menschen“ fand vor Corona jeweils am letzten Mittwoch eines Monats, in der Stadtbibliothek Stuttgart, Mailänder Platz 1, Ebene 3, Max-Horkheimer-Kabinett, von 14:30 Uhr bis 17:00 Uhr statt. Wegen Corona fand der Literaturkreis 2021 elfmal telefonisch statt. Der Schwerpunkt lag 2021 bei russischen und asiatischen Autorinnen und Autoren. So stellte unser Gastreferent H. K. durch Vorlesen und Erzählen Alexander Puschkin: „Eugen Onegin“ - ein Roman in Versen vor. Zudem berichtete er über Petrosawodsk und die dortige Blindenschule sowie von seinen dortigen Aktivitäten.
Weitere behandelte Literatur war u. a.: James Joyce: Dubliners: Eveline und Eine kleine Wolke.
Sowie Erzählungen von Tatjana Tolstaja und Ljudmila Ulitzkaja. Zudem Auszüge aus Werken von Fan Xiaoding, Jing Bartz, Pan Xianeli und weiteren.

Wandergruppe:
Die Wandergruppe unserer Bezirksgruppe war trotz Corona sehr aktiv. In der Umgebung von Stuttgart, manchmal auch etwas weiter entfernt, wird monatlich eine Wanderung (ca. 3 Stunden) angeboten. Zudem gibt es sechs Seniorenwanderungen (jeweils am ersten Mittwoch eines ungeraden Monats, ca. eine Stunde lang. Aufgrund hoher Inzidenzzahlen fanden 2021 immerhin sieben Wanderungen und drei Seniorenwanderungen statt. Auf dem Programm standen z. B. Eine Rundwanderung in Sulz-Glatt, eine Waldwanderung bei Leonberg oder von der Haltestelle Vaihingen über Bärensee und Schloss Solitude nach Weil im Dorf.
Als Seniorenwanderungen gab es eine Tour von neugereut zum Max-Eyth-See. Oder vom Pragsattel über Schloss Rosenstein zur Villa Berg. Die Nikolauswanderung zum Vaihinger Naturfreundehaus ist jeweils der Jahresabschluss der Wandergruppe, bei welchem das Ehepaar V. für seine Jahrzehnte lange Organisation der Wandergruppe geehrt wurde.

Öffentlichkeitsarbeit:
Auch 2021 fand eine Schulung für Fahrgastbetreuer der SSB statt. Mit dem Einsatz von Simulationsbrillen können die Angestellten der SSB verschiedene Problematiken von Sehbehinderung und Blindheit ausprobieren. So können sie sich besser bei der Unterstützung unseres Personenkreises in blinde und sehbehinderte Menschen hineinversetzen. Auch die Vermittlung von Führtechniken gehört dazu.
In Kooperation mit dem DRK Aalen fand auch 2021 ein wichtiger Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit durch die virtuellen Fortbildungsveranstaltungen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am freiwilligen sozialen Jahr statt. Frau Andrea Berghammer brachte dankenswerter Weise in ca. 15, drei- bis vierstündigen Online-Seminaren, den Anwesenden die Lebenssituation von blinden und sehbehinderten Menschen nahe. Vor Corona fanden diese Seminare meist in der Jugendherberge Stuttgart statt. In einer Präsenz-Veranstaltung ist es natürlich einfacher, Führtechniken und das Gehen mit dem Langstock, sowie die Brailleschrift zu vermitteln. Sehr eindrücklich verdeutlichen sich die unterschiedlichen Sehbehinderungen auch immer mit den Simulationsbrillen, die bei den virtuellen Fortbildungsveranstaltungen nicht einsetzbar sind.
Durch Corona fanden bedauerlicherweise keine Fortbildungen für Alten-Pflegekräfte oder Krankenpflegepersonal statt, in denen Maria Seidler die Lebensbedingungen von blinden und sehbehinderten Menschen erklärt. Wir hoffen, diese wichtigen Schulungen bald wieder aufnehmen zu können. Dies ist ein außerordentlich wichtiger Beitrag, damit blinde und sehbehinderte Menschen in Krankenhäusern und Alten- sowie Pflegeeinrichtungen hilfreiche Unterstützung erhalten.

Hörzeitung „Stuttgarter Wocheninfo“:
In Zusammenarbeit mit atz Hörmedien gibt die Bezirksgruppe Stuttgart die wöchentlich erscheinende Hörzeitung „Stuttgarter Wocheninfo“ heraus. So können sich blinde und sehbehinderte Menschen über das lokale Geschehen im Großraum Stuttgart informieren. Die Aufsprache wird von ehrenamtlichen Vorleserinnen und Vorlesern hervorragend geleistet.

Aktivitäten der Bezirksgruppe Stuttgart im Jahr 2013

  • 19. Januar: Neujahrsempfang, Musikprogramm: Sonja Prinz, Mitglied der BG Stuttgart, Gesang und Gitarre
  • 2. Februar: Jubiläum „40 Jahre Leitung Wandergruppe“, Margarethe und Eberhard Vaihinger wurden geehrt für die Leitung der Wandergruppe der BG Stuttgart
  • 28. und 30. März: Führung im Württembergischen Landesmuseum, Altes Schloss, zum Thema Kelten
  • 06. April: Mitgliederversammlung mit Referat „Kennzeichnungspflicht für blinde und sehbehinderte Menschen“
  • 03. August: Sommerfest im Naturfreundehaus Stuttgart-Vaihingen
  • 01. Oktober: Gemeinsamer Kinobesuch mit offener Audiodeskription Film „Auf den zweiten Blick“ von Shery Hagen
  • 11. Oktober: Fantour in der Mercedes-Benz-Arena
  • 19. und 26. Oktober: Führung im Württembergischen Landesmuseum, Altes Schluss zum Thema Römerzeit

Infoveranstaltungen für neue Mitglieder

  • Januar: Informationen zur Audiodeskription
  • März: Vorstellung von Vorlesegeräten
  • Mai: Brettspiele für blinde und sehbehinderte Menschen
  • September: Sprechendes Handy
  • November: Penfriend – sprechende Etiketten

Unser Stammtisch fand 2013 monatlich statt (2. Dienstag im Monat). Es wurde monatlich eine Wanderung angeboten sowie im 2-Monats-Rhythmus 6 Seniorenwanderungen, an denen jeweils ca. 15 Wanderfreunde und Wanderfreundinnen teilnehmen. Seit Mai 2011 hat unsere Bezirksgruppe einen Literaturkreis, der sich monatlich trifft.

Öffentlichkeitsarbeit

Beim Filmfestival „Überall dabei“ von Aktion Mensch in der VHS Stuttgart wurde am 12.01.2013 der Film „Blind“ gezeigt. Die BG Stuttgart war zu diesem Anlass mit einem Infostand vertreten und die Bezirksgruppenleiterin nahm am Filmgespräch im Anschluss an die Vorführung des Films „Blind“ teil.

14.05.2013 und 11.07.2013: Bei Fortbildungsseminaren für Teilnehmer am Freiwilligen Sozialen Jahr wurden Infoveranstaltungen zur Situation blinder und sehbehinderter Menschen durch die BG Stuttgart durchgeführt mit Unterstützung der Verbandsgeschäftsstelle.

14.09.2013: Infostand am Stuttgarter Schlossplatz in Zusammenarbeit mit der Verbandsgeschäftsstelle

19.11.2013: Vortrag der Bezirksgruppenleiterin bei der Schwerbehindertenversammlung der Stadt Stuttgart zum Thema „Mobilität von Menschen mit einer Sehbehinderung“

Aktivitäten der Bezirksgruppe Stuttgart im Jahr 2014

  • 11. Januar: Neujahrsempfang. „Tue nur was Dein Herz Dir sagt“ Dichterinnen melden sich zu Wort, vorgetragen von Martina Hammer, Mitglied der BG Stuttgart, und zwei Flötistinnen
  • 2. Februar: „Schwedisches Lichterfunkeln“ Führung durch das Museum der Alltagskultur in Waldenbuch zum Thema Schwedische Weihnachtsbräuche
  • 12. Februar und 1. März: Führung durch die Inka-Ausstellung im Lindenmuseum
  • 25. März: Besuch der Städtischen Galerie in Bietigheim Thema: Raw Materials – vom Baumarkt ins Museum
  • 10. Mai: Mitgliederversammlung mit Referat: „Schwerbehindertenausweis“
  • 3. August: Sommerfest im Naturfreundehaus Stuttgart-Vaihingen
  • 21. und 23. August: Bahnhofsbegehung Erkundung der Veränderungen im Stuttgarter Hauptbahnhof, bedingt durch Stuttgart 21, neuer Standort der Bahnhofsmission, neuer Querbahnsteig, Sperrung S-Bahn-Abgang bei Gleis 2 und 3
  • 26. August: Besuch der Städtischen Galerie in Bietigheim Thema: Nicht nur Skulptur! Die Bildhauer der Skulpt(o)uren in Bietigheim-Bissingen
  • 4. Oktober: Besuch im Feuerwehrmuseum Stuttgart-Münster
  • 19. und 23. Oktober: Führung im Württembergischen Landesmuseum, Altes Schloss, zum Thema Mittelalter
  • 27.November: Besuch im Haus der Geschichte Führung durch die Sonderausstellung zum Ersten Weltkrieg „Fastnacht der Hölle“

Infoveranstaltungen für neue Mitglieder

  • Januar: Informationen zu Lupen, auch elektronischen Lupen, als Experte war Frau Jassmann von Optik Martin anwesend.
  • Mai: Tipps zum Erkennen von Euroscheinen und –münzen und DAISY-Abspielgerät
  • September: Vorteile der DBSV-Karte
  • November: Urlaubstipp für blinde und sehbehinderte Menschen

Unser Stammtisch fand 2014 monatlich statt (2. Dienstag im Monat)
Es wurde monatlich eine Wanderung angeboten sowie im 2-Monats-Rhythmus
6 Seniorenwanderungen, an denen jeweils ca. 15 Wanderfreunde und Wanderfreundinnen teilnahmen.

Öffentlichkeitsarbeit

  • 02.09.2014 beim Malteser-Besuchsdienst und
  • 02.12.2014 bei der Initiative „Leben in Möhringen“
    jeweils Informationsveranstaltung über Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen.
    07.11.2014 Infostand des BSV Württemberg anlässlich der Fachmesse „Besser Sehen“ im Gebäude der Volkshochschule Stuttgart, Rotebühltreff.
  • 15.12.2014 zweistündige Infoveranstaltung während des Unterrichts der 3. Klasse Grundschule in der Wilhelmsschule in Stuttgart-Untertürkheim.

Aktivitäten der Bezirksgruppe Stuttgart im Jahr 2015

  • 10. Januar: Neujahrsempfang
    „schwedische Weihnachtsbräuche“ vorgestellt von Charlotte und Peter Ostritsch und allgemeine Infos zu Schweden in Wort und Musik
  • 21. März: Lindenmuseum Führung durch die Sonderausstellung „Myanmar – das goldene Land“
  • 11. April: Mitgliederversammlung mit drei Kurzreferaten von Mitgliedern der Bezirksgruppe Stuttgart zu ihrem Berufsalltag und ihrem beruflichen Werdegang.
  • 25. April: 600. Wanderung und Staffelstabübergabe an die neue Leitung der Wandergruppe
  • 11. Mai: Führung bei Drogerie Müller, Stuttgart, Königstraße
  • 23. Juli: Führung im Bibelmuseum
  • 02. August: Sommerfest im Naturfreundehaus Stuttgart-Vaihingen
  • 21. und 24. Oktober: Führung im Lindenmuseum Sonderausstellung „Die Welt des Schattentheaters“
  • 31. Oktober: Führung im Mercedes-Benz-Museum

Infoveranstaltungen für neue Mitglieder

  • Januar: DAISY-Abspielgeräte und sprechende Etiketten
  • März: Diktiergeräte mit elektronischem Speicher
  • Mai: gemeinsames Kochen in der Lehrküche der VHS

Unser Stammtisch fand 2015 monatlich statt (2. Dienstag im Monat).
Es wurde monatlich eine Wanderung angeboten sowie im 2-Monats-Rhythmus.
6 Seniorenwanderungen, an denen jeweils ca. 15 Wanderfreunde und Wanderfreundinnen teilnahmen.

Öffentlichkeitsarbeit

  • 18.04.2015: anlässlich Tag der offenen Tür bei der Bahnhofsmission zwei Führungen durch den Stuttgarter Hauptbahn unter Aspekt: „Wie nutzen blinde und sehbehinderte Menschen den Hauptbahnhof?“
  • Juni 2015: Infoveranstaltung für ehrenamtliche Helfer der Bahnhofsmissionen zum Thema „Welche Bedürfnisse haben blinde und sehbehinderte Menschen bei der Umsteigehilfe am Bahnhöfen“
  • 23.07.2015: Infostand beim Hospitalhoffest anlässlich der Neugestaltung des Hospitalviertels
  • 26.11.2015: Infoveranstaltung für die Guides im Porsche Museum zum Thema „Wie begleite ich blinde und sehbehinderte Menschen durch die Ausstellung“
  • 27.11.2015: Selbsterfahrungstest für die Mitarbeiter der Firma Blue Estate „Bewegung im öffentlichen Raum unter Simulationsbrille oder Augenbinde mit Hilfe des Blindenlangstocks“

Aktivitäten der Bezirksgruppe Stuttgart im Jahr 2016

  • 09. Januar: Neujahrsempfang
    musikalische Gestaltung Klarinettentrio, Musikschule Stuttgart und Lesung mit verteilten Rollen aus dem Buch „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer
  • 16..Januar: Führung im Württembergischen Landesmuseum Altes Schloss Sonderausstellung zu Herzog Christoph
  • 02. April: Mitgliederversammlung mit Neuwahlen zur Bezirksgruppenleitung und stellvertretenden Bezirksgruppenleitung sowie der Delegierten der Bezirksgruppe Stuttgart zur Delegiertenversammlung des BSV Württemberg
  • 04. Juni: Führung auf dem Baumwipfelpfad in Bad Wildbad
  • 06. Juni: Sehbehindertentag 2016 Motto: „Kontrastreiche Stufenmarkierungen machen Treppen sicherer“ , Aktion am Stuttgarter Schlossplatz mit Stufenmarkierung an der Treppe am Kunstmuseum
  • 28. Juli: Fahrzeugbesichtigung / Begehung der neuen S-Bahnfahrzeuge in Plochingen
  • 07. August: Sommerfest im Naturfreundehaus Stuttgart-Vaihingen
  • 28. Oktober: Herbstveranstaltung, vormittags Führung im Milaneum, nachmittags Führung in der Stadtbibliothek

Unser Stammtisch fand 2016 monatlich statt (2. Dienstag im Monat)
Es wurde 2016 monatlich eine Wanderung angeboten sowie im 2-Monats-Rhythmus
6 Seniorenwanderungen, an denen jeweils ca. 15 Wanderfreunde und Wanderfreundinnen teilnahmen.
Literaturkreis: Seit Februar 2016 monatliches Treffen in der Stadtbibliothek Stuttgart, letzter Mittwoch im Monat, 14:30 Uhr bis 17:00 Uhr.

Öffentlichkeitsarbeit

Infostand beim Frühlingsfest der Nikolauspflege am 17. April 2016
Infostand am Sehbehindertentag, 6. Juni 2016, am Schlossplatz
Infostand bei der Fachmesse Besser Sehen am 14. Oktober 2016 im Gebäude der Volkshochschule Stuttgart Treffpunk Rotebühlplatz

Aktivitäten der Bezirksgruppe Stuttgart im Jahr 2017

  • 07. Januar: Neujahrsempfang; musikalische Gestaltung Instrumentalkreis Stephanusgemeinde Weilimdorf mit Flöten, Harfe und Hackbrett
  • 01. und 04. Februar: Führung im Lindenmuseum durch die Sonderausstellung „Oishii – Essen in Japan“
  • 22. April: Mitgliederversammlung mit Referat zum Thema:
  • „Der Blinden- und Sehbehindertenverband im Wandel der Zeit
    - Beratung für jedermann! Und was haben wir als Mitglieder davon?
    - Blickpunkt Auge–
  • 11. Mai: Aktuelle Informationen zu Stuttgart 21 von der Bürgerbeauftragten der Stadt Stuttgart für das Bahnprojekt Stuttgart – Ulm, Veranstaltungsort Turmforum im Hauptbahnhof.
  • 03. August: Abendspaziergang „über den Dächern von Stuttgart“
  • 06. August: Sommerfest im Naturfreundehaus Stuttgart-Vaihingen
  • 21. Oktober: Besuch im Institut für Auslandsbeziehungen –ifa -,
    Infos zu Aufgaben und Geschichte des ifa und Führung durch die
    Ausstellung „Zwischen Sonne und Mond“, Architektur und traditionelle Bauweise in Mumbai

Unser Stammtisch fand 2017 monatlich statt (2. Dienstag im Monat). Es wurde 2017 monatlich eine Wanderung angeboten sowie im 2-Monats-Rhythmus 6 Seniorenwanderungen, an denen jeweils ca. 17 Wanderfreunde und Wanderfreundinnen teilnahmen.
Literaturkreis: monatliches Treffen in der Stadtbibliothek Stuttgart, letzter Mittwoch im Monat, 14:30 Uhr bis 17:00 Uhr.

Öffentlichkeitsarbeit:

Infoveranstaltungen für Teilnehmer am Freiwilligen Sozialen Jahr und Mitarbeit am Messestand des BSV Württemberg bei der Messe „Die besten Jahre 50+“, Präsentation des begehbaren Auges mit Erläuterung der häufigsten Augenerkrankungen.